An diesem Tag war richtig viel los – die Landschaft war schon sehr verschneit, jeder Schritt ein kleines Abenteuer. Zuerst ging es zu Goðafoss, dem Wasserfall der Götter. Þorgeir Ljósvetningagoði warf hier vor über tausend Jahren die Abbilder der alten Götter in die Strömung und entschied damit, dass Island christlich werden sollte – ein Meilenstein in der Geschichte des Landes. An diesem Tag hingen dicke Eiszapfen von den Klippen, und die Wege waren so rutschig, dass wir uns nur wie kleine Pinguine vorwärts bewegen konnten, um nicht auszurutschen. Natürlich lieferten wir uns hier noch eine kleine Schneeballschlacht, bevor es zurück zum Wohnmobil ging.
Weiter ging es zum Mývatn, wo wir die bizarren Pseudokrater erkundeten. Schon im Frühling waren wir hier, aber jetzt im Schnee sah alles einsam, verlassen und gleichzeitig wunderschön aus – fast wie eine vergessene Winterwelt.
Danach fuhren wir zu Hverarönd, dem dampfenden Geothermalgebiet. Blubbernde Schlammtöpfe, heiße Risse, schwefeliger Geruch – alles mitten im Schnee. Rote Steine, brodelnder Schlamm, aufsteigender Dampf – die Landschaft wirkte wie auf dem Mars. Durch den aufgeweichten Boden klebte der Matsch förmlich an unseren Schuhen – keine Chance, ihn loszuwerden.
Ein Highlight unterwegs: die „endlose Dusche“. Mitten im Nirgendwo sprudelte ununterbrochen heißes Thermalwasser aus einer Düse – perfekt, um wenigstens unsere schlammigen Schuhe einigermaßen sauber zu bekommen.
Zum Abschluss ging es nach einigem Überlegen zum Dettifoss, Europas wasserreichstem Wasserfall, gespeist vom Vatnajökull-Gletscher. Die Straßen zum Parkplatz waren laut Karte nicht vollständig geräumt, also verschafften wir uns erst einen Überblick, ob wir ihn erreichen konnten – und entschieden uns schließlich dafür. Nach einem kleinen Marsch durch die verschneite Landschaft tauchte der Wasserfall vor uns auf: wild, laut, enorm kraftvoll und eingerahmt von verschneiter Winterlandschaft. Nicht besonders hübsch, aber absolut beeindruckend.
- 00:00Kapitel 1
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