Baby’s calling (Zugabe)
Wie es ihr als Mutter geht? Welchen Herausforderungen sich Tanja und ihr Mann stellen?
Wie hat sich die Beziehung zwischen den beiden verändert?
Wie schwer ist es loszulassen, das erste Mal ohne Baby?
Und vieles mehr… zum Beispiel? Sex!
Viel Spaß und berührende, intensive Gefühle beim Hören.
Sprecher A: Herzlich willkommen zu deinem Ego-Liebe-Podcast. Für mehr Lebensfreude, Bewusstsein und Selbstliebe. Mit Josephine.
Sprecher B: Da würde ich total gerne einsteigen, weil in dem Moment, klar, du bist schwanger und spürst da etwas in dir, was sich bewegt und du weißt auch, es wird ein kleiner Mensch aus dir rauskommen und dann ist dieser kleine süße Mensch plötzlich da. Du freust dich natürlich und wie sind dann so die ersten Wochen? Durch was für Gefühle geht man durch, was passiert und ich glaube es ist nicht auch immer nur so, dass du sagst so, das ist jetzt alles aber wirklich das schönste, was man sich vorstellen kann. Kann das sein?
Sprecher C: Ja, also die erste Zeit fand ich unglaublich anstrengend. Anstrengend, weil sie am Anfang wirklich nur an der Brust hängen. Man mit eventuellen Geburtsverletzungen zum Beispiel zu kämpfen hat, nicht richtig sitzen kann, die Brüste wehtun, weil auf einmal man den Milch-Einschuss hat. Ja, man ist gerädert, man ist müde, man schläft Tag und Nacht. Und dann wiederum gar nicht. Und dann wiederum gar nicht und rennt irgendwie die ganze Nacht und den ganzen Tag mit einem schreienden Kind rum. Es war zum Glück so, dass mein Mann die ersten drei Wochen mit zu Hause war und ich glaube, wenn er nicht da gewesen wäre, wäre ich verhungert und verdostet, weil ich einfach nur da gelegen und da gesessen habe mit diesem Kind auf mir, weil sie eigentlich nur auf mir schlief und nirgendwo anders. Und was total normal ist, was meine Hebamme mir auch so gesagt hat, was ich aber trotzdem natürlich nicht fühlen konnte und nicht begreifen konnte. Und er hat halt von morgens bis abends irgendwie sich um mich komplett gekümmert, hat mir irgendwie mein Essen gereicht, hat mir mein Trinken gereicht. Also er hat dich gefüttert und du hast sie gefüttert. Ich habe sie gefüttert. Er hat den kompletten Haushalt geschmissen und war auch dann froh, dass ich danach sogar noch meine Schwester und meine Mutter nach den drei Wochen mit da hatte, weil ich unglaublich fertig war. Ich war total durch und dieses Stillen hat mir sämtliche Kräfte geraubt. Ich bin nachts vor Heißhunger wach geworden und habe irgendwie immer Riegel am Bett gehabt, die ich in mich reinstoffte, weil ich gar nicht wusste, wie ich diese Kohlenhydrate, die dieses Stillen verbraucht hat, auffüllen kann. Ja, es war Wahnsinn. Wahnsinn.
Sprecher B: Und das geht ja auch, also das sind dann ein paar Wochen und zieht sich dann auch noch ein bisschen und dann gewöhnt man sich aber irgendwann.
Sprecher C: Irgendwann gewöhnt man sich. Also ja, gewöhnen. Also es war glaube ich so, als sie so, ich hatte das Gefühl, so zwei, drei, vier Monate in dem Dreh war, war es irgendwie so ein bisschen realer. Also ich habe auch lange gebraucht, das zu realisieren, so okay, ich bin jetzt Mutter, ich habe eine Verantwortung. Ich muss irgendwie erwachsen werden oder erwachsen sein. Aber nur ein bisschen. Und das ist ja auch so ein reifer Prozess, durch den ich, glaube ich, gegangen bin. Und man fühlt sich dadurch, dass tendenziell ja dann doch der Mann wieder arbeiten geht und man die ganze Zeit mit dem Kind zu Hause ist, manchmal auch so ein Stück weit alleine. Das ist dann so das, wo man irgendwie als Paar gucken muss, dass man gemeinsam die Situation meistert und jeder aber auch mal so ein bisschen Zeit für sich bekommt, was halt wie gesagt als Mama schwierig ist, gerade wenn man halt rund um die Uhr stillt. Und auch das Stillen als Anspruch hat. Ich hatte relativ lange Stillprobleme, hatte Schmerzen und habe immer wieder überlegt, auch mal abzustillen. Habe es aber bisher immer noch nicht gemacht. Also ich stille immer noch, nur noch nachts. Ja, aber das bindet sich auch automatisch zu 1000% an das Kind. Was schön ist auf der einen Seite, aber du musst halt auch 24-7 da sein. Und dann ist der Mann halt aber abends mal nicht da, weil er sich mit seinen Freunden trifft und du sitzt halt 24 Stunden mit dem Kind. Und ja, genießt es auf der einen Seite und musst aber auch dann schauen, dass du nicht völlig vereinsamst, finde ich, sondern dass man halt auch irgendwie Kontakte knüpft, Kontakte findet, so irgendwie Mami-Gruppen bildet und sich trifft.
Sprecher B: Es ist dann wirklich so, dass man dann schaut auch andere Mütter, weil es die identischen Themen sind. Wahrscheinlich ist es auch wirklich so, dass man seine Freunde, mit denen unterhält man sich wahrscheinlich gerne über normale Themen, aber die Themen, die einen natürlich auch 24-7 interessieren, musst du ja auch mit jemandem besprechen. Und sucht man die dann auf dem Spielplatz?
Sprecher C: Nein, also es war bei uns so. Wir waren bei einem Geburtsvorbereitungskurs und coolerweise war es so, dass fast alle Paare sozusagen oder alle Teilnehmer dieses Kurses sich mega gut verstanden haben. Oh, das ist cool. Und so kam es dann, dass wir quasi diesen Kurs zusammen gemacht haben und auch jetzt immer noch Kontakt haben, wo halt alle Kinder oder Babys den ersten Geburtstag hatten. Und wir haben es dann echt so gemacht, dass wir uns einmal die Woche getroffen haben, die Mütter mit den Babys. Und dann haben wir irgendwie den ganzen Tag gebrunched. Und das liegt aber eigentlich ganz mit Gruppen stillen betrieben. Und es war echt eine mega tolle Zeit. Ja, einfach wunderschön. Also, und man konnte sich halt auch mal so, ich nenne es mal, ganz frei auskotzen über die Dinge, die einen auch irgendwie irre machen, die einen nerven, wo man halt genau diese Situation hat, dass man sagt, das ist auf der einen Seite das Schönste, was ich bisher erlebt habe, aber auch das Anstrengendste.
Sprecher B: Aber es ist auch schön, dass du das so ehrlich aussprichst. Weil ich glaube, viel in unserer Gesellschaft ist es wirklich so, dass du das nicht aussprechen darfst, weil es ist ja das Allerschönste, was wir machen können. Und da bin ich auch bei dir. Das ist einfach Wunder des Lebens, aber auch halt einfach die krasseste Herausforderung deines gesamten Lebens. Und plötzlich bist du einfach Mutter und nicht mehr nur Frau. Beziehungsweise fühlst du dich noch so richtig als diese weibliche, lustvolle Frau, wie du dich vorher gefühlt hast?
Sprecher C: Ich würde sagen mittlerweile wieder, eine ganze Zeit lang gar nicht. Okay. Weil du auch gar keine Zeit, also für mich hat dieses Frau-Sein und irgendwie weiblich sein auch ein Stück weit was damit zu tun, dass ich mir vielleicht irgendwie doch ein bisschen Schminke ins Gesicht mache, dass ich vielleicht irgendwie was Nettes anziehe. Und es ist aber so, dass du das in der ersten Zeit und eben auch eine ganze Weile gar nicht schaffst, dich irgendwie großartig schick zu machen, weil sobald du in die Dusche steigen willst, schreit das Kind. Das heißt, es gibt eben auch Tage, wo man dann ungeduscht außer Haus geht und erst dann duscht, wenn der Mann nach Hause kommt.
Sprecher B: Krass. Okay. Du kannst es einfach anmachen. Ja? Ja, ja. Ich schneide es dann raus.
Sprecher C: Genau, ich würde nur einmal die... Du meinst das länger? Ah ja, okay. Ich weiß gar nicht, wo es jetzt da der Anfang und das Ende ist, das ist auch egal.
Sprecher B: Also das eine muss in die Steckdose, das habe ich gelernt. Ah, okay. Danke für den Tipp.
Sprecher C: Gerne.
Sprecher B: Das schläft aber süß mit der Hand hier vorne. Ja. Ja. Ja. So süß. Also Dusche. Dusche. Okay. Und das heißt, also gut, dann wartest du und dann kommt er abends nach Hause. Wie ist dann auch die Stimmung? Also...
Sprecher C: Je nachdem wie der Tag war. Also ich meine, jeder hat ja dann seine Emotionen. Auf deinem Seite hast du als Mama deine Emotionen. Je nachdem wie der Tag war, war es ein guter Tag. Dann bist du natürlich selber auch relativ gut gelaunt. Ja. Hat sie den ganzen Tag nur geschrien. Bist du vielleicht mit am Schreien und am Heulen? Also die Tage gab es auch. Dass ich dann sie den ganzen Tag irgendwie geschaukelt und gewippt habe und gemacht und getan habe und sie nicht aufgehört hat zu schreien und ich mir nicht weiter zu helfen wusste. Und dann irgendwie dachte, oh Gott, ich kriege mein Kind nicht beruhigt und dann mit geheult habe. Und dann kommt der Mann nach Hause und hatte vielleicht irgendwie auch einen stressigen Arbeitstag. Und er hat gar keine Möglichkeit, in Anführungsstrichen, zu Hause anzukommen oder wenigstens mal kurz zwei Minuten, um zu switchen und zu sagen, okay, ich bin jetzt zu Hause. Ich bin jetzt mit ihrem Papa. Genau, ich bin jetzt Papa. Und kommt natürlich dann und weiß nicht, was ist. Und du weinst, was ist denn los? Und sie schreit den ganzen Tag, ich weiß nicht, was ich machen soll. Und das kann manchmal auch ein paar so an seine Grenzen bringen. Ja, umso wichtiger ist es, glaube ich, dann zu gucken, okay, das war jetzt der Tag meinetwegen, der blöd war. Und dann lass uns zum nächsten Tag irgendwie schauen. Das ist manchmal nicht so einfach. Aber ja, dass man sich auch zusammenrauft.
Sprecher B: Das denke ich auch. Also das ist schon, wenn das alleine dann machen müsstest und der Partner gar nicht da ist. Die Vorstellung, glaube ich, gibt es ja auch viel, die Vorstellung. Und nach deinen Erzählungen ist dann doch eine andere. Also Hut ab, das zu schaukeln. Im wahrsten Sinne. Richtig. Krass, okay. Und wann war das erste Mal, wo du gesagt hast, ich gehe heute raus und ich bin jetzt mal wieder die Tanja, die ich vorher war, und haue mal wieder auf den Putz? Dass man sich das auch so zugesteht.
Sprecher C: Das hat bei mir lange gedauert, würde ich nicht sagen. Aber dieses ich haue mal auf den Putz ist für mich tatsächlich immer noch schwierig. Es gab das ganze letzte Jahr über, ich glaube, vielleicht zwei, dreimal die Situation, dass ich abends wirklich weggegangen bin. Und irgendwie feiern war natürlich auch alles ohne Alkohol. Oh, die Maus ist wach. Wie? Ich glaube, da muss ich mal ganz kurz hin. Dann machen wir kurz Pause.
Sprecher B: Genau. Du sagtest gerade, bevor die kleine Maus bei dir weiter geschlafen hat, dass du dann weggegangen bist. Und es war trotzdem ganz anders, weil man wahrscheinlich auch die ganze Zeit in Gedanken doch noch daheim ist. Hast du dich auch gefragt, kommt mein Mann jetzt damit zurecht?
Sprecher C: Auf jeden Fall. Die Gedanken hat man natürlich. Dadurch, dass ich immer noch und auch zu diesem Zeitpunkt gestillt habe, ist es natürlich auch so, dass ich dann Milch abgepumpt habe. Und wir haben im Vorfeld dann auch schon mal geguckt, ob sie die Flasche überhaupt nimmt, weil das ist halt nicht gesagt, dass ein Kind einfach die Flasche nimmt. Es ist tatsächlich so, dass viele Brustbabys oder Brustkinder eben gar nicht bis wenig oder wenig bis gar nicht die Flasche nehmen, weil sie eben die Brust wollen und nicht irgendeine blöde Plastikflasche. Verständlich. Und genau, von daher war natürlich auch die Hoffnung, wenn sie jetzt wach wird und die Flasche kriegt, klappt das dann auch, nimmt sie dann die Flasche. Man ist natürlich ständig am Handy und guckt irgendwie, hat der was geschrieben oder ruft der mich irgendwie an und sagt, du musst nach Hause kommen, es geht gar nicht. Und von daher bin ich zu dem Zeitpunkt und auch jetzt nie wirklich entspannt, wenn ich abends weggehe. Am Tage mittlerweile kann ich das ganz okay, ganz gut, weil ich weiß, dass es so gut funktioniert und dass ich auch am Tage jetzt nicht mehr die Brust brauche und sozusagen Papa zu 99 Prozent ausreicht. Aber es ist nicht mehr so, dass ich unbedingt da sein muss. Natürlich möchte ich das gerne, weil ich mit ihr Zeit verbringen will und ich will sehen, wie sie sich entwickelt und groß wird und so weiter.
Sprecher B: Aber du brauchst auch genauso Zeit für dich. Ja, ich denke, das ist auch vollkommen okay, dass man das sagt. Du bist ja trotzdem Frau. Du bist genauso wie vorher auch Frau. Klar, du hast noch eine wundervolle Rolle mit dazu bekommen. Aber allein der Gedanke, wirklich nur zu Hause zu sitzen, geht gar nicht in meinen Kopf rein. Ich glaube, dann wäre man auch einfach super unzufrieden, unglücklich und würde für die Beziehung auch nichts bringen. Apropos Beziehung, ganz unauffällig. Wie hat sich die Beziehung geändert? Wie geht ihr miteinander um? Und wie ist es vor allen Dingen in der Kindererziehung? Weil jeder hat andere Ansätze. Wie kommt ihr da zurecht? Sprecht ihr euch ab vorher? Diskutiert ihr darüber?
Sprecher C: Mittlerweile hat sich das ganz gut eingependelt. Ich glaube, das war auch einfach Zeit. Vorher war es so, gerade auch dann, wenn man als Mutter die ganze Zeit zu Hause ist mit dem Kind, hast du deinen Ablauf. Du weißt, wenn das Kind auf eine bestimmte Art und Weise schreit, weil ein Kind schreit nicht nur, sondern es gibt ein unterschiedliches Schreien, dann weißt du ungefähr, was du tun musst, damit das Kind wieder zufrieden ist, damit du das Bedürfnis des Kindes befriedigst. Und wenn dann der Papa aber da ist, der macht das halt anders. Und als Mutter denkt man dann auch schnell, der macht das falsch, der macht das nicht richtig. Und dann mischt man sich gerne ein. Also ich gehöre auf jeden Fall dazu. Und dann sagt man so, ja, aber das musst du so und so machen. Da ist es eben ganz wichtig, finde ich, das musste ich aber auch erst lernen, sich als Mutter auch ein Stück weit zurückzunehmen, den Mann auch machen zu lassen. Weil er kann ja noch gar nicht wirklich wissen, was er tun muss, wenn er viel weniger Zeit mit dem Kind verbringt. Gerade in dieser Anfangszeit auch, wenn die noch so klein sind. Und wenn man sich dann aber zurücknimmt und das gelernt hat und eben eher machen kann und machen darf und nicht das Gefühl hat, er würde ständig irgendwas falsch machen, dann findet er auch seinen Weg mit ihr. Und der Weg ist dann genauso richtig wie der Weg, den du als Mutter gehst. Und das müssen wir Mütter glaube ich auch lernen, dass es eben verschiedene Wege gibt und alle aber dazu führen, dass das Kind zufrieden ist. Sehr schön hast du das gesagt.
Sprecher B: Zumal die Bindung ja sowieso bei einer Mama von Anfang an gegeben ist. Und wenn du dann natürlich, wie du es eben beschrieben hast, dem Mann nicht mal die Chance gibst, diese Bindung, die du ja automatisch hast aufzubauen, dann ist die Chance groß, dass man sich dann auch ein bisschen wahrscheinlich so zurückzieht und darunter leidet dann auch die Beziehung. Wäre jetzt so meine Konklusion. Also hast du dem halt auch entgegengewirkt, indem du ihm mehr Verantwortung übergeben hast? Ich habe es auf jeden Fall probiert, ihm quasi mehr Verantwortung zu geben,
Sprecher C: um mich ein Stück weit, ich nenne es mal, zu entlasten und ihn auch mehr in die Verantwortung zu nehmen. Weil natürlich geht der Mann dann in dem Moment am Tage auch arbeiten, aber du tust ja nicht nichts, sondern du kümmerst dich die ganze Zeit um das Kind, du machst den Haushalt und das ist ja nicht keine Arbeit. Ich glaube, man muss immer versuchen, so einen guten Mittelweg zu finden und der ist, glaube ich, für jedes Paar individuell und da muss, glaube ich, jedes Paar gucken, wie es funktioniert. Aber du als Mutter hast ja auch keine Zeit, dich mal eben für zehn Minuten zurückzuziehen und mal kurz ins Handy zu gucken und mal kurz irgendwo anzukommen. Ich oder wir haben zusammen, glaube ich, mittlerweile einen ganz guten Weg, so dass er, wenn er von der Arbeit kam, im Moment hat er jetzt Elternzeit, ich gehe wieder arbeiten, dass er halt, ja, immer mehr Verantwortung selber auch übernommen hat, ich ihm immer mehr Verantwortung übergeholfen habe und es mittlerweile tatsächlich bei uns ein Automatismus geworden ist. Jeder hat irgendwie so seine Aufgabe, jeder kümmert sich ums Kind und es ist halt ganz schön zu sehen, was für eine enge Bindung die beiden auch miteinander haben und das jetzt in der Zeit, wo ich arbeiten gehe, wieder arbeiten gehe und er seiner Elternzeit hat sie ein unglaublich tolles, niedliches, gespannt geworden sind, die irgendwie auf den Spielplatz gehen und im Sand spielen und er für sie super gerne kocht und sich dann auch immer mit ihm zusammenfassen kann. Er kocht und sich dann freut, wenn ihr das Essen schmeckt und sie ordentlich zuschlägt und immer noch mehr möchte und es ist halt traumhaft und da fällt es mir viel leichter, wieder zur Arbeit zu gehen und weniger von ihr zu haben, weil ich weiß, ihr geht es total gut bei ihrem Papa und der macht das wunderbar.
Sprecher B: Vielen Dank an Papa, süß. Da freut man sich natürlich auch, wenn man sowas hört. Und wie ist es zwischen euch? Also wie funktioniert das mit Baby? Nehmt ihr euch Zeit auch für euch? Geht das überhaupt und wie richtet man das ein?
Sprecher C: Also ich kann oder darf sagen, dass mein Kind ein relativ ausgeglichenes, entspanntes Kind ist, die relativ zeitig einen guten Rhythmus gefunden hat. Also ich würde jetzt nicht behaupten, dass wir da mega viel zu beigetragen haben. Es gab relativ schnell den Moment, dass sie zu einer Uhrzeit von ungefähr 18, 19 Uhr ins Bett musste. Also natürlich hat sie auch ihre Schläfchen mitten am Tag gemacht, gar keine Frage, aber das war eigentlich oft dann so ihre Zeit, wo sie auf jeden Fall richtig ins Bett musste und einfach so der Nachtschlaf kam. Und das ist bis heute immer noch so geblieben. Das heißt, gegen 19 Uhr bringen wir die Maus ins Bett. Wir haben dann vorher zusammen noch Abendbrot gegessen und während ich sie ins Bett bringe, räumt mein Mann dann die Küche auf und macht alles wieder schick. Das ist irgendwie immer ganz schön.
Sprecher B: Sie strahlt und ich verstehe, das klingt so toll.
Sprecher C: Ja, das ist super, wenn er dann irgendwie vielleicht sogar schon gekocht hat und dann alles wieder aufräumt. Manchmal ist es natürlich auch so, dass ich aufräume und er macht sie schon mal bettfertig und ich bringe sie dann tatsächlich ins Bett. Auch das ergibt sich einfach am Abend. Da brauchen wir jetzt nicht viele Worte, ehrlich gesagt. Und dann, wenn sie schläft, und das macht sie mittlerweile auch relativ zügig, wenn es lange dauert, vielleicht mal eine halbe Stunde, aber ansonsten auch 10, 15 Minuten, dann schläft sie, dann kann ich mich von ihr entfernen und dann haben wir auf jeden Fall unsere Zeit. Das heißt, wir haben dann unseren Abend zusammen, den man natürlich auf unterschiedliche Weise verbringt. Also entweder sitzen wir gemütlich da oder man quatscht irgendwie noch über bestimmte Sachen. Natürlich macht man auch mal Sachen, wie man sitzt am Computer und muss irgendwas Wichtiges tun. Oder Sex.
Sprecher B: Oder Sex zum Beispiel. Auch das ist ein Thema. Das ist aber auch ein sehr spannendes Thema. Ein spannendes Thema. Weil natürlich auch dieses... Also ich sag mal, für mich ist es so weit entfernt, dass ich glaube, dass man danach ja dann gar keinen Sex mehr hat, bis man das nächste Kind möchte. Weil man hat ja so viel zu tun. Und als Kind denkt man auch eh immer, seine Eltern haben keinen Sex mehr. Ich hoffe, es ist klar, dass das sehr überspitzt dargestellt ist.
Sprecher C: Ja, ja. Definitiv. Nein. Also es ist natürlich so, dass... Man vielleicht ja weniger Sex hat, was glaube ich aber auch unterschiedlich von Paar zu Paar durchaus ist. Aber du hast ja, ich sag mal, am Anfang nach der Geburt, da kannst und willst du erst mal gar keinen Sex haben. Weil du entweder zum Beispiel mit Geburtsverletzungen zu tun hast, weil du aber auch mit dem Wochenfluss zu tun hast. Das heißt, wenn sozusagen nach der Geburt die Plazenta ist raus und so weiter, du hast ja an der Gebärmutter eine riesengroße fleischige Wunde, wo die Plazenta gesessen hat. Und das muss ja auch alles irgendwie da raus. Das heißt, es blutet und es schleimt und es macht und es tut. Das ist wirklich keine schöne Sache. Ich bereue gerade fast meine Frage. Vielen Dank. Aber auch das gehört dazu. Genau, nein. In der Zeit willst du keinen Sex haben, solltest keinen Sex haben. Wenn das Wochenbett an sich, also so die ersten sechs, acht Wochen vorbei sind, die Geburtsverletzungen verheilt sind, man vielleicht im besten Fall noch mal beim Frauenarzt zum Beispiel gewesen ist, der geguckt hat, okay, ist wirklich alles in Ordnung, dann sozusagen könntest du ohne Probleme auch wieder Sex haben. Ja. Und hier kommt aber auch durchaus mal der Knackpunkt. Denn du als Frau, die eventuell stillt, ja, also es stillt ja nicht jede Frau, aber wenn du eine Frau bist, die eben stillt, war es für mich zumindest so, dass ich das also erst mal auch gar nicht so dieses Verlangen hatte, jetzt irgendwie in Team werden zu wollen mit meinem Partner, sondern ich war halt erst mal mit diesem Kind beschäftigt, was dir Kraft raubt auf der einen Seite. Und auf einmal waren halt Brüste nicht mehr erotisch für mich, sondern sie hatten eine ganz andere Aufgabe eingenommen. Sie hatten die Aufgabe, mein Kind zu ernähren. Und das, also so auch Berührungen an der Brust wollte ich nicht. Auch weil ich Schmerzen hatte zum einen, zum anderen weil mir ständig irgendwie überall die Milch auslief. Da willst du auch nicht irgendwie ohne BH in Team sein mit deinem Mann und dann ist der voller Milch oder so. Also weißt du, das sind so Situationen. Und bei mir, muss ich ganz ehrlich sagen, war es auch so ein Stück weit, glaube ich auch ein Problem unserer Gesellschaft, so ein bisschen so eine Art Schamgefühl. Also dieses, okay, wenn wir dann Sex haben, fühlt es sich so an wie vorher. Okay, klar. Ist es wirklich so oder ist da jetzt was anders? Wie fühlt es sich für ihn an? Und das war spannend. Ja, irgendwie, ja, interessant.
Sprecher B: Das klingt für mich auch danach, ja. Also diese Gedanken, ja, natürlich. Aber wie reagiert die Gesellschaft darauf? Wie hast du das wahrgenommen? Also war es ein Druck, also ein innerlicher Druck, dass du gedacht hast, ich habe auch echt Schiss davor, dass es jetzt anders ist oder hast du dich dann belesen oder wie bist du damit umgegangen mit diesen Gedanken, die du gerade geäußert hast?
Sprecher C: Darf ich das sagen? Ich weiß es gar nicht. Also ich bin ganz ehrlich, ich habe mich mit anderen Frauen darüber ausgetauscht. Und wir haben darüber gesprochen und so, ne, hattet ihr denn schon so? Und wie war das? Und wie war es für den Mann und so und überhaupt? Und das hat, bin ich ganz ehrlich, ganz gut getan. Auch da wieder zu sehen, dass andere Frauen genau die gleichen Gedanken haben und wie happy man dann vielleicht sogar auch war, wenn man sagen konnte, hey, hey, so, wir hatten wieder Sex. Es ist so ein bisschen wie das erste Mal wieder, ne, weil es irgendwie dann auf einmal was Besonderes ist und irgendwie auch anders, ne, so. Weil, ja, ich kann es auch gar nicht besser beschreiben, als dass es irgendwie anders ist. Weil du hast jetzt irgendwie ein Kind und es ist halt, also ich habe irgendwie das Gefühl, als wenn der Sex vielleicht leidenschaftlicher ist. Also ich finde ein Stück weit für mich auf jeden Fall tiefgründiger, weil du ja dadurch ein Kind bekommen hast. Es ist ja nicht nur Sex einfach aus Lust, sondern ich persönlich habe dabei auch immer diese Gedanken, so, okay, so unser Baby ist so entstanden. Weißt du, was ich meine? Ja, jetzt verstehe ich. So, das ist, also für mich ist das irgendwie anders geworden. Also tiefgründiger, schöner, will ich damit sagen.
Sprecher B: Wahnsinn. Es ist einfach so schön, dich so zu sehen, weil Tanja sitzt mit einem Riesenstrahlen vor mir und erzählt einfach, wie schön und wie viel lustvoller und leidenschaftlicher dieser Sex jetzt auch geworden ist. Also ich muss sagen, deine Ehe, eure kleine Familie, das klingt einfach wunderschön. Mit Höhen und Tiefen, die im Leben einfach dazu gehören. Definitiv. Und immer wenn du ganz oben bist, geht es auch mal ein kleines Stück wieder runter. Aber es ist, glaube ich, vollkommen okay, oder?
Sprecher C: Ja, absolut. Na klar. Das denke ich ist auch völlig normal, egal wie oder wann und in welcher Lebenslage. Ja, aber es ist immer ganz schön, die Höhen und Tiefen nicht alleine erleben zu müssen, sondern sie teilen zu können.
Sprecher B: Und vor allen Dingen positiv eingestellt zu bleiben. Ja. Das glaube ich mit einer der wichtigsten Punkte. Dann übersteht man auch die Tiefen zwischendurch. Genau. Ich danke dir vielmals für deine Offenheit, auch für die Aussprache der Dinge, die vielleicht andere nur denken und jetzt sich auch gehört fühlen. Ich glaube, dass es unheimlich wichtig ist, das auch zu teilen. Vielen Dank. Und jetzt möchte ich dich bitten, zum Ende einer jeden Folge gibt es immer den Ego-Liebebooster. Fällt dir was Schönes ein, was wir gemeinsam machen können? Eine Sache vielleicht mit mehr Achtsamkeit durchs Leben zu gehen. Irgendwas, wo du sagst, das tut mir gut und das könnte anderen auch gut tun.
Sprecher C: Was ich dir auf jeden Fall gerne mit auf den Weg geben möchte, ist, dass man auch in schwierigen Situationen nicht aufhört, dankbar zu sein für die Person, die man an seiner Seite hat und die es auf jeden Fall auch zeigt.
Sprecher B: Sehr schön. Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar für unser Gespräch. Ich auch. Und wünschst du mir eine gute Nacht und hoffe, du hast eine ganz ruhige Nacht und die kleine Moos schläft schön weiter. Ganz bestimmt. Sehr gut. Macht's gut. Und euch auch einen schönen Abend, einen schönen Tag oder was auch immer ihr gerade macht. Genießt es. Und seid dankbar. Ciao.