Folge 274: Ölpreis-Stress, Schuldensorgen, Zinsanstieg: Was heißt das für Ihre Geldanlage?
Kapitel
Beschreibung
Die Inflation in der Euro-Zone ist so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr, und zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren erstmals seit über 20 Jahren wieder mit mehr als 5 %. Vielleicht fragen auch Sie sich, ob Sie von Anleihen in diesem Umfeld besser die Finger lassen sollten. In unserer aktuellen Podcast-Folge klären Philipp Dobbert, Chefvolkswirt und Leiter Vermögensverwaltung der Quirin Privatbank, und Stefan May, Leiter Anlagestrategie und Produktentwicklung über die Marktlage und aktuelle Risiken auf und besprechen, worauf es bei der Geldanlage jetzt ankommt.
Philipp und Stefan diskutieren Folgendes:
· Warum sprechen wir heute über Inflation und steigende Zinsen? (00:01)
· Der kleine Inflationsschock und seine Ursachen (01:29)
· Wirkung des Basiseffekts bei der Inflation (05:00)
· Das Dilemma der Notenbanken? (07:51)
· Was bewegt gerade die Langfristzinsen? (10:23)
· Krisenkandidat Frankreich (13:45)
· Der Anleihemarkt als Peitsche: Warum steigende Zinsen Regierungen disziplinieren (17:40)
· Was bedeuten steigende Zinsen für Anleihe-Anleger? (19:56)
· Prognosebingo bei Zinsinvestments (22:37)
· Diversifikation bei Anleihen (26:38)
· Schlussworte: zwei Merksätze für bewegte Zinszeiten (28:57)
Gut zu wissen:
· Die Inflation liegt in fast allen großen Industriestaaten über dem Notenbankziel, z. B. in der Euro-Zone bei 3,8 % (Ziel: 2 %).
· Haupttreiber Ölpreis: Ein unsicheres Angebot trifft auf eine kaum veränderte Nachfrage, und Öl hat großes Gewicht im Warenkorb.
· Bleibt der Ölpreis hoch, verliert aber an Dynamik, dann sinkt die Inflationsrate allein durch den Basiseffekt – der Wohlstandsverlust durch teurere Energie bleibt trotzdem.
· Mit Zinserhöhungen verhindern die Zentralbanken, dass sich die Inflation in der gesamten Wirtschaft festsetzt.
· Die Langfristzinsen steigen vor allem, weil die Märkte an der Tragfähigkeit der Staatshaushalte zweifeln – derzeit vor allem in den USA, aber auch in Frankreich. Echte Zahlungsausfälle sind hier aber nicht in Sicht.
· Der Anleihemarkt diszipliniert Regierungen wirksamer als jede politische Opposition.
· Steigende Zinsen sind ein zweischneidiges Schwert: Die Kurse fallen zunächst, höhere Zinskupons bei Neuanlagen können das mit der Zeit aber überkompensieren.
· Zinsen lassen sich genauso wenig prognostizieren wie Aktienkurse, deshalb lohnt es sich nicht, auf den perfekten Einstiegszeitpunkt zu warten.
· Diversifikation heißt bei Anleihen auch Streuung über Laufzeiten, damit laufend Kapital zu aktuellen Zinsen neu angelegt wird.
Passende Folgenempfehlung:
Folge 271: Schutz, Balance und Rendite: Wie gelingt die perfekte Anleihen-Mischung?