Tillmann Bendikowksi, Johann Christian Lotter und Wolfgang Schwerdt über Mittelalter und Mittelmeer, Versorgung und Versicherung sowie Piraten und Pussies
Endlich, endlich werden die Fans sagen, die gerne Geschichten aus dem Mittelalter lesen. Tatsächlich ist diese Zeitreise eine Genre-Premiere bei sprengerspricht – autorinsights. Aber, das ist nicht der Grund für eine reine Männerrunde. „Das ist ein schwaches Argument“, so der Historiker Tillmann Bendikowski: „denn das Wissen um die Welt und um die Geographie der Welt lag auch schon im ausgehenden Mittelalter in den Händen der Frauen, war ihnen in vielen Klöstern bekannt.“
Der Grund für die reine Männerrunde ist ein anderer: denn es geht auf See, und zwar mit Plünderern und Piraten. „Und dazu gehörten tatsächlich wenige Frauen.“
Die waren damals „nicht gern gesehen auf Schiffen“ fügt Johann Christian Lotter hinzu, „sie galten auf Schiffen sogar als Unglücksbringer.“ Wenn sie allerdings als Passagierinnen an Bord waren, „dann hatten sie die größeren Kabinen als die Matrosen und bekamen auch das bessere Essen.“ Und wie der dritte Schiffsexperte in der Runde weiß „sie hatten mit der harten Arbeit nichts zu tun.“ Allerdings differenziert nicht nur Wolfgang Schwerdt, denn natürlich ist und war auch damals schon nicht jede Schiffsreise gleich, nicht jedes Schiff gleich ausgestattet. Ganz zu schweigen von der Gefährlichkeit der Routen. Schließlich thematisieren die Bücher der drei Autoren keine Reisen „von Hamburg in die Ostsee, sondern Reisen um die halbe Welt“ wie der ehemalige Spielentwickler Johann Christian Lotter gleich zu Beginn klarstellt, „die oft länger als ein Jahr dauerten.“ Kein Wunder, denn manchmal landet man nicht wie geplant in England sondern im Indischen Ozean und genau deshalb zieht Johann Christian Lotter schon im ersten Podcast-Kapitel alle in den Bann der Freibeuter oder sollte es besser in den Bann eines Bibliothekars heißen? Denn „generell sollte man den Intellekt von Seeleuten nicht unterschätzen, es gibt eine Reihe von Freibeutern, die Naturforscher waren“ so Wolfgang Schwerdt. Das gleiche gilt selbstverständlich für Schiffskatzen. Schiffskatzen? Ja, schon bei James Cook waren Katzen gern gesehene Gäste an Bord. Wolfgang Schwerdt, widmete sich nach dem Studium der Ingenieurswissenschaften und der Betriebswirtschaft als Fachjournalist der Schifffahrts- und Kulturgeschichte erklärt: „Matthew Flinders, der Kapitän, der als Erster Australien umsegelt und dann den ganzen Kontinent vermessen hat, hat seinem Schiffskater eine Hommage gewidmet, sein Leben an Bord genau beschrieben.“ So exakt (auch) die Schiffskater-Pixie-Reihe recherchiert ist, erzählt wird sie – wie manch ein Krimi – aus Sicht der Katze.
Die tatsächlich auch aus Versicherungsgründen an Bord sein musste. Für Tillmann Bendikowski ist das komplette Neuland. So, wie er lernt, dass es Katzenmaler gibt, lernen alle anderen umzudenken, was die Weisheit betrifft, dass Reden Silber und Schweigen Gold ist, Wer die Ausgabe #263 hört wird danach umdenken. Nicht nur, was die Wertigkeit der beiden Edelmetalle betrifft. Und zwar bis heute. Und für jeden. Guckt doch Mal in die Schubladen der Eltern oder von Oma und Opa.
partI (00:00) Schiffsfrauen
part II (39:59) Silbermünzen
part III (01:09:04) Bordkatzen
guests
Tillmann Bendikowksi
Johann Christian Lotter
Wolfgang Schwerdt
books
Tillmann Bendikowksi - Die Spur des Silbers
Johann Christian Lotter - Im Bann der Freibeuter
Wolfgang Schwerdt - Schiffskater Pixie mit James Cook um die Welt
cover: jennie_laluna
voice: miriam sinno
music
sprengerspricht impro – by toby gad
[email protected]
- 00:00Kapitel 1 Schiffsfrauen
- 39:59Kapitel 2 Silbermünzen
- 01:09:04Kapitel 3 Bordkatzen
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