sprenger spricht autorinsights
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Simon Engel , Anne Keßel und David Matei über Gesellschafft und Gottesanbeterin, Wehrpflicht und Werte sowie Zigarretten und Zeitenwende
Zeitenwende – ein Begriff, der für eine historische Zäsur und für einen großen Einschnitt inklusive des Einläutens einer neuen Ära steht. In den Geschichtsbüchern der Bundesrepublik Deutschland landet er durch die Bundestags-Rede im Februar 2022 des damaligen Kanzlers Olaf Scholz. Oft zitiert, oft verwendet. Allen bekannt? „Ich habe in den vergangenen fünf Jahren oft mit Jugendlichen im Rahmen meiner Vorträge diskutiert und war immer überrascht, wie wenig Hände hochgingen, wenn ich gefragt habe, wer sich was unter dem Begriff vorstellen kann“ so David Matei der Co-Gastgeber des sicherheitspolitischen Podcasts Grassl und Matei. Ist der Begriff Zeitenwende also eine Frage des Alters? Wird er überstrapaziert? Überstrapaziert oder sogar falsch, wenn die Frage lautet, steht im September 2026 die nächste Zeitenwende an? Oberleutnant Simon Engel sagt: „Die Frage muss lauten, ob wir eine Zeitenwende wollen, ob wir eine Zeitenwende brauchen. Ich glaube ja, ob wir die in der politischen Landschaft, der gesellschaftlichen oder der militärischen brauchen, das ist genau das, was wir uns selbst fragen sollten.“ Drehbuchautorin Anne Keßel (u.a. Liebe.Jetzt! / Friesland) bricht die Frage auf die Wahlen im Herbst 2026 runter und „obwohl ich persönlich wahltechnisch nicht betroffen bin, bin ich sehr gespannt und sage ganz ehrlich, dass in mir ein Emotionschaos tobt.“ Die beiden Männer in der Runde eint unter anderem, dass sie ebenfalls in keinem Bundesland wohnen, in dem eine Wahl ansteht , aber anders als Simon Engel ist David Matei nicht mehr bei der Bundeswehr aktiv, sondern arbeitet erfolgreich als Influencer und Tiktoker. Aber als Hauptmann in Reserve kann ihn ein „Meilenstein der Zeitenwende“ treffen: „Im Bundestages wird über das Reservestärkungsgesetz gesprochen, das bedeutet in meinem Fall, obwohl ich schon seit 15 Jahren ausgeschieden bin, dass der Dienstherr sagt, ich will dich für sechs Jahre, jedes Jahr drei Monate verpflichten, Wehrübungen zu leisten.“ Das ist dann definitiv eine Zeitenwende, Simon Engel, der „kein typischer Soldat ist, ich bin aktuell an der Universität der Bundeswehr in München und studiere Kulturwissenschaften“, fragt sich, „ob wir die Neuaufstellung der Bundeswehr alle schon im Kopf vollzogen haben?“ Hat sich unsere Einstellung gegenüber der Bundeswehr geändert? Zumindest haben viele Lust drauf: „Aber die bekommen trotz Anfrage, keine Antwort“ schildert David Mathei eine Erfahrung aus der eigenen Familie. Stattdessen soll es eine Pflicht geben.“ Den Weg findet er genauso falsch wie Engel: „Wir können die Wehrpflicht nicht nur an eine Generation outsourcen, das wird niemandem gerecht. Auch nicht der Statistik. Demnach sind fünf Prozent der Deutschen bereit, das sind über vier Millionen, zu dienen.“ Zu dienen mit der Waffe. Anne Keßel, die einen Film-Podcast (schon gesehen?) co-hostet, hinterfragt kritisch die Rekrutierungs-Werbe-Clips der Bundeswehr, die Matei aus Marketingsicht nachvollziehen kann, aber: „Vielleicht sollte man ähnlich wie bei Zigaretten auch auf die Gefahren hinweisen.“. Nichtsdestotrotz bewundert Keßel die Haltung, für die sowohl Engel mit seinem Buchtitel (Wofür ich immer kämpfen würde) als auch Matei (Deutschland ist es wert zu kämpfen) fragt aber auch, „ob er bereit ist im Fall des Falles sein oder das Leben anderer zu opfern?“ Da ist es schon was anderes, nur in der Phantasie zu töten – so wie die schweigende Protagonistin in Keßels neuem Thiller, Die Lüge in ihrem Gesicht. Es ist sicher auch etwas anderes, die Tat im Prolog aus dem Hörbuch-Hamburg am Ende des zweiten Podcasts-Kapitels zu hören, als das, was der ausgebildete Kampfsportler Engel dazu sagt: “Das ist eine Technik, bei dem Stil, den ich unterrichte und gelernt habe, anwenden kann. Ich imitiere dabei eine Gottesanbeterin. Das ist wirklich sehr gefährlich und man muss sich fragen, ob das verhältnismäßig ist, was man da tut!“ Sonst ist das eine ganz andere Art von Zeitenwende. part I Zeitenwende und Wehrpflicht part II Zeitenwende und Ehrlichkeit part III Zeitenwende und Gottesanbeterin guests Simon Engel Anne Keßel David Matei books Simon Engel – Wofür ich immer kämpfen würde Anne Keßel - Die Lüge in ihrem Gesicht David Matei – Deutschland ist es wert zu kämpfen cover: jennie_laluna voice: miriam sinno music sprengerspricht impro – by toby gad [email protected]
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Maike Möller-Engemann, Reinhard Rohn und Torsten Schulz über Fußball und Vorbilder, Kindheit und Kiten sowie Fehlurteile und Femizide!
Fußball, Fiktion und Femizide. Ja, ein Genre-Mix ist bei diesem Format für die Hörenden nichts Ungewöhnliches. In den Shownotes finden sich einige Crossover-Episoden. Aber diese Konstellation? „Die ist sehr mutig, und dafür möchte ich mich sehr herzlich bedanken. Denn es es ist ein wunderbares Gespräch geworden, mit viel Tiefe und vielen Einblicken, es ist mir eine Freude dabei zu sein,“ fasst kein geringerer als Reinhard Rohn zusammen. Der Wahlkölner ist Schriftsteller, Übersetzer, Lektor und war jahrelang Verlagsleiter. Bei sprengerspricht er erstmals in Ausgabe #191 (Deutsche Bahn: Die Möglichkeit eines Wunders!) Knapp zwei Jahre später ist er mit seiner neuen Krimireihe, die nicht, wie alle seine vorherigen in Köln spielt, sondern in Portugal angesiedelt ist, zu Gast: „Bewusst nicht an der Algarve, sondern in der Region, die 100 Kilometer nördlich von Lissabon liegt. Nazaré ist der Hauptort, der bis vor zehn 15 Jahren ein beinahe verschlafenes Fischerdörfchen war, bis die Profisurfer den Ort entdeckt haben.“ Und in dem sein Sohn jetzt wohnt. Der, mit dem Rohn als ehemaliger Dauerkarten-Inhaber zu jedem Spiel des 1. FC Köln gegangen ist: „Mittlerweile bin ich lieber niederklassig unterwegs und oute mich hier als Mitglied des VFL Osnabrück, das ist mein Heimatverein.“ Wie er die Chancen des Zweitliga-Aufsteigers einschätzt? Nein, diese Frage wird natürlich nicht gestellt, denn der Sport respektive der Fußball spielt in diesem Format aus vielen Gründen keine so große Rolle. Aber, es gibt trotzdem kein Vorbeikommen am Saisonauftakt 2026/2027 der Fußball Bundesliga. Die geht schließlich zeitgleich mit dieser Ausgabe an den Start. Allerdings auch dazu werden keine noch so absurden Transfersummen durchgekaut, keine Prognosen über ein eventuelles Meisterrennen und über vermeintliche Absteiger erstellt – dafür existieren unzählige Fußballpodcasts. Aber, da vor exakt 35 Jahren, 1991/1992 eine ganz besondere Saison angepfiffen wurde, wird die Geschichte eines ganz besonderen Fußballers erzählt, die von Günter, genannt Jimmy, Hoge. Hoge (*7.10.1940; † 6.11.2017) würden sicherlich noch mehr Menschen kennen und er hätte sicherlich mehr als sechs Länderspiele für die DDR absolviert, wenn er nicht ein falsches Lied angestimmt hätte. Welches? Der Spoiler fällt an dieser Stelle flach! Stattdessen wird hier gern verraten, dass, als Hoge Ende der 1960er Jahre für Union Berlin spielte, der emeritierte Professor für Praktische Dramaturgie an der Filmuniversität zu Babelsberg, Torsten Schulz, "seinen Jimmy" als kleines Kind vergötterte! Als Scheidungskind hatte er irgendwann zwei Väter: „Beide waren eher durch Feindseligkeit verbunden, bis sie bemerkten, dass sie beide Fans von Union Berlin sind. Und – der Lieblingsspieler von beiden war eben Jimmi Hoge.“ So erkor sich der kleine Junge seinen eigenen Helden, seine eigene Vater- und Mentoren-Figur: „Ich habe Hoge im Stadion an der Alten Försterei interviewt und vor allem sehr mit ihm gesprochen, ihn oft um Rat gefragt.“ Nicht in Wirklichkeit, sondern tatsächlich nur in der Imagination. Weil der kleine Torsten eine Person zum Austausch brauchte, so wie die kleine Ella in Maike Möller-Engemanns spektakulärem Debütkrimi: „Das ist schon eine witzige Parallele, dass das auch bei mri eine Rolle spielt“. Ja und dass ist nicht der einzige Zusammenhang, wie sich schnell zeigt. Mut wird eben belohnt. Der von Maike Möller-Engemann mit einem Stipendium von den mörderischen Schwestern, einer Krimivereinigung, die bald ihren 30. Geburtstag in #296 (online ab dem 25. September 2026) feiert. „Ohne die dadurch gewonnene Zeit, hätte ich dieses Buch nicht schreiben können.“ Denn das Thema Femizid erforderte "viele Hintergrundgespräche und einer Menge Recherche." Dabei sind Möller-Engemann gleich zwei Fakten bewusst geworden: Zum einen führte sie selbst eine toxische Beziehung, die tödlich hätte enden können („ich habe mich zum Glük noch rechtzeitig getrennt") zum anderen, dass sich Bücher, Studien oder/und auch unzählige True-Crime-Podcasts sehr intensiv mit den Tätern auseinandersetzen: „Manche sogar ausschließlich, die lassen die Opferperspektive komplett außen vor.“ . Zudem werden den Tätern noch durch ein BGH-Grundsatzurteil, das 2008 in einem Femizid Fall gefällt wurde, oftmals noch mildernden Umstände angerechnet. Deshalb: „Habe ich bewusst darauf verzichtet, den Täter zu Wort kommen zu lassen. Der ist, so viel verrate ich gerne, ein typischer deutscher Hipster aus Berlin, nur um gleich noch ein paar Vorurteile auszuräumen.“ Es war auch niemand mit Migrationshintergrund, dessen Fall der ehemalige Professor, der öfter Prozesse im Gerichtssaal beobachtet, intensiv recherchiert und der ihn sprachlos gemacht hat: „Ein Mann hatte sich heiratsmarktmäßig eine Frau aus Kuba geholt, die hier viel vermisste, ein eigenes Leben begann, tanzen ging usw.… das brachte diesen Mann, wie man es damals ausdrückte in eine suchthafte Haltung und er tötete die Frau mit mehreren Messerstichen. Ich habe mit dem Mann selbst gesprochen, viele Tonbandmitschnitte gemacht, schließlich war er aus dem erweiterten Kollegenkreis.“ Torsten Schulz, der auch preisgekrönte Drehbücher schrieb, verwarf das Projekt dennoch: „der Packen Papier liegt immer noch in meinem Keller, ich konnte und wollte darüber kein Wort schreiben." Was den Regisseur stoppte? Was ihn fassungslos machte? Das ist die Frage, die es zu beantworten gilt, um ein Exemplar von Der gefährlichste Ort zu gewinnen. Die Antwort in die dazugehörigen Reels bei Instagram oder per mail! Spätestens bei dieser Koinzidenz an dieser Stelle in der Episode #294 und/oder beim Lesen dieser Shownotes offenbart sich einmal mehr die Erkenntnis: Auch diejeneigen, die an diesen Gesprächsrunden, an diesem Talk-Format mit dem berechtigten Beinamen autorinsights, teilnehmen und sich öffnen, beweisen Mut.
part I (00:00:34) Ball und Ballett part II (00:43:53) Anarchie und Atlantik part III (01:30:49) Furcht und Fehlurteil
guests Maike Möller-Engemann Reinhard Rohn Torsten Schulz
books Maike Möller-Engemann - Der gefährlichste Ort Miguel Silva – Die Tote von Nazaré Torsten Schulz – Kindheit mit Jimmy oder die Kunst zu dribbeln
cover: jennie_laluna
voice: miriam sinnomusic sprengerspricht impro – by toby gad
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Mila Botscharow, Kerstin Schick, Andrea Sokol und Hubert Weinheimer über Taktik und Täuschung, Thrombose und Thriller, Totenbücher und Tatsachen
Merkwürdig. „Sensationell merkwürdig. Das ist ein sensationell merkwürdiger Podcast“ so fasst die Moderatorin und erfolgreiche Youtuberin Andrea Sokol (Ohlala & Solalla) die Runde mit dem Maler, Musiker und Autoren Hubert Weinheimer aus Österreich, der Münchner Gefäßchirurgin Dr. Kerstin Schick und der ehemaligen Sales Managerin aus dem Rheinland, Mila Botscharow zusammen. Merkwürdig. Wer das Wort ganz langsam ausspricht, noch einmal genau hinschaut auf m e r k w ü r d i g – ahnt vielleicht schon was gemeint ist: „Denn merkwürdig ist zu Unrecht negativ besetzt – so wie ich es benutze, ist es positiv gemeint, im Sinne von etwas ist des Merkens würdig. Das ist dann sensantionell.“ Es ist eben vieles eine Definitionssache. Zum Beispiel wenn von einem trojanischen Pferd die Rede ist. „Angriff oder Täuschung“ fällt sicher nicht nur der Coachin Sokol ein: „Das ist interessant, natürlich kann man das so auslegen als Verstellung…“ Hubert Weinheimer, dessen im Jahr 2007 gegründete Band Das trojanische Pferd heißt, von der es musikalisch aufgrund sonst anfallender Gema-Gebühren nur in Streamingportalen und leider nichts in der Episode zu hören gibt, meint: „aber ….es ist ja auch ein sehr mit der Tür ins Haus fallen, für mich. Und es ist ein erstes Beispiel für asymmetrische Kriegsführung, was man später Guerrilla Kriegsführung nennt. Ich finde es im Prinzip als Bild stark und spannend.“ Ob der gebürtige Oberösterreicher das nur auf die Musik bezieht, weil Weinheimer gleich noch aus seinem Song Sisyphus und Frankenstein zitiert? Fakt ist: es ist einmal mehr so, dass sich schnell herausstellt, es geht auch in #293 um mehr als die Bücher, es wird auch in dieser Ausgabe deep. Denn Mila Botscharows "trojanisches Pferd" führte zu einem Burnout. Deshalb kündigte sie nach zwölf Jahren ihren sicheren Job, „macht jetzt eine Ausbildung zum Anti-Burnout- und Resilienz-Coach.“ Die Thriller-Debütantin („auch, wenn ich Das rote Zimmer noch neben der Arbeit geschrieben, alles dafür selbst in die Hand genommen habe, vom Vertrieb, der Blogger-Akquise bis hin zum Cover, hat mir das ungeheure Kraft gegeben“) bedauert, dass es ein Buch wie Gefäßgeflüster nicht schon früher gab: „Das hätte mir und meiner Mama sehr geholfen. Damals gab es nur einen Wisch des Arztes, da guckst Du dann drauf und denkst nur, verarschen kann ich mich alleine?“ Ganz ernsthaft – zugegeben, mit dem typischen Schmäh, der seinem Wohnort Wien nachgesagt wird, dagegen die Frage des Mannes, der in seinem Roman, Zirkus Morgana, literarisch mit Mensch und Maschine, Zirkuszelt und Cyberwelt jongliert: „Wenn man ein Burnout hat und man schreibt einen Thriller, ist es vielleicht so, dass man im Buch ein paar Leute sterben lässt, damit man selbst überlebt?“ Zumal, wer kennt das nicht, wenn man als Autorin und/oder Protagonistin im Zug sitzt, der Mal wieder Verspätung hat. Immerhin ist auch auf Strecke Köln -Berlin herumlaufen möglich. Da drohen im Flugzeug gleich ganz andere Gefahren. Für die Gesundheit. Und zwar nicht nur im Thriller, sondern beim Thriller lesen. Klingt merkwürdig? Naja, dann hört doch erstmal, wer aus der Runde Bilder mit Blut malt. Das ist m e r k w ü r d i g. part I (00:00) Taktik und Täuschung part II (44:58) Trombose und Thriller part III (01:26:42) Totenbücher und Tatsachen guests Mila Botscharow Kerstin Schick Andrea Sokol Hubert Weinheimer books Mila Botscharow - Das rote Zimmer Andrea Sokol/ Kerstin Schick - Gefäßgeflüster Hubert Weinheimer – Zirkus Morgana cover: jennie_laluna voice: miriam sinno music sprengerspricht impro – by toby gad [email protected]
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Regina Denk, Simone Scharbert und Tim Sonderhüsken über anonyme Überraschungen, den W-G-Sebald-Literaturpreis und geheimnisvolle Aussichten
„Diese Frage und immer und immer wieder dieses Ausspielen Unterhaltung versus Literatur. Das finde ich ganz schwierig. Denn Menschen zu unterhalten ist eine ganz große Kunst und sie über so eine lange Strecke zu unterhalten erst recht.“ Einen denkwürdigen Satz, den Simone Scharbert sagt, während die kollektive Runde über das Roman-Debüt von Tim Sonderhüsken alias Timothy Paul schwärmt (den Prolog von Eine Liebe ohne Sommer aus dem Argon-Hörbuch gibt’s am Ende von Podcast-PaPart II) Ein Zitat, dass ganz sicher nicht nur für diesen 464-Seiten-Roman gilt. Sondern definitiv auch für dieses Podcast-Format. Denn auch, wenn der Host - wie erneut in dieser Episode - immer wieder betont, dass er keinen klassischen Bücher-Podcast, geschweige denn einen der vielen hochgelobten Literatur-Podcasts verantwortet, so ist es doch so, dass eine frischgekrönte und überglückliche Literatur-Preisträgerin ihren ersten öffentlichen Auftritt nach der offiziellen Bekanntgabe in diesem kleinen Format absolviert. Die Rede ist natürlich von Simone Scharbert, die „immer noch nicht viel sagen kann, weil das echt noch ein bisschen weird für mich ist.“ Sieben Tage vor Veröffentlichung der #292 „hat die Deutsche Sebald Gesellschaft via Instagram ganz zart angeklopft, ob ich sie mal bitte anrufen könnte. Ich hatte bei der Einreichung völlig vergessen meine Telefonnummer reinzuschreiben, wahrscheinlich weil ich gedacht habe, das wird eh nichts bei über 590 eingesandten Texten. Alles andere hatte ich ganz brav aufgeschrieben, Adresse und so.“ Und das „was mir am Anfang sehr komisch und merkwürdig vorgekommen ist, wendete sich um 180 Grad!“ Denn, die im bayrischen Aichach geborene, im nordrheinwestfälischen Erftstadt lebende und unter anderem bei der Volkshochschule arbeitende Simone Scharbert, erfährt so, dass sie den diesjährigen und mit 10.000 Euro dotierten W.-G.-Sebald-Literaturpreis gewonnen hat. Der Namensgeber, der deutsche Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Winfried Georg „Max“ Sebald (*18.5.1944 - †14.12. 2001) bekannt als W. G. Sebald ist Regina Denk bestens vertraut. Den Preis an sich kennt Tim Sonderhüsken „erst seit letztem Jahr, weil er da Lena Schätte verliehen wurde. Ihr Buch Das Schwarz an den Händen meines Vaters gehört für mich zu einem der besten Bücher, die ich in den vergangenen drei, vier Jahren gelesen habe und liegt immer neben mir auf dem Sofa.“ Und der, wie Denk ebenfalls, lange im Verlag tätige, Sonderhüsken liest viel, für seinen Blog sowie den gleichnamigem Podcast Rababum und als Lektor. Der eingereichte und preisgekrönte Text, Einer liegt, eine sitzt. Kammerprosa ist auf der Homepage der Sebald-Gesellchaft nachzulesen. Nachzuhören ist sonst Lyrik und Prosa von Simone Schabert in ihrem eigenen Audioformat, nahaufnahme, als Lesung für zwischendurch. Der erste Auszug des ausgezeichneten Textes, der ist erstmals und ebenfalls exklusiv in dieser Ausgabe, die damit einmal mehr dem Format-Beinamen autorinsights gerecht wird. Und auch damit erneut, das unterstreicht, was Sonderhüsken sagt: „Die Differenzierung zwischen Literatur und Unterhaltung ist hirnverbrannt." Weitere Beispiele liefern auch Für Anna, das Buch über Anna Atkins, eine der ersten Fotografinnen, das Scharbert aus guten Gründen "eine Belichtung" nennt und Der Fährmann. Regina Denks atmosphärisch düsteres Familiendrama, das zur Zeit des ersten Weltkrieges an der deutsch-österreichischen Grenze angesiedelt ist (Die Einführung anderswo, aus diesem Argon-Hörbuch am Ende von Part I). Ein Roman, der Tim Sonderhüsken nochmal betonen lässt: "Wer die Differenzierung zwischen Literatur und Unterhaltung macht, der hat den Schuss nicht gehört!" Oder/und diese Podcast-Episode nicht, part I (00:00) Anonyme Überraschung part II (50:25) Anonymer Besuch part III (1:52:17) Anonymer Ausblick guests Regina Denk Simone Scharbert Tim Sonderhüsken books Regina Denk – Der Fährmann Timothy Paul – Eine Liebe ohne Sommer Simone Scharbert – Für Anna cover: jennie_laluna voice: miriam sinno music sprengerspricht impro – by toby gad [email protected]
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Katja Degenhardt, Joachim und Uli Hebel sowie Jan Kratochvil über Liebe in der Vergangenheit, Enttäuschungen in der Gegenwart und den Sport der Zukunft
Wieder eine große Runde, wieder ein Crossover, wieder Mal KI – aber es gibt auch eine Premiere – bei sprengerspricht mit Joachim und Uli Hebel erstmals ein Brüderpaar. Anders als in der Abschluss-Episode von sprengerspricht #mediaandsports, in der Sportreporter Hansi Küpper mit seinen beiden Söhnen, die ebenfalls Fußballspiele kommentieren zu Gast ist, ist der Fußball, obwohl an dem Tag, an dem die 291. Episode online geht, die Saison 26/27 in der zweiten Bundesliga startet, kaum ein Thema: „Ich habe es mir sehr gewünscht, dass es nicht um Fußball geht, daher bin ich sehr glücklich“, sagt der jüngere der Hebel-Brüder. Ganz geht der Wunsch des SKY-Reporters nicht in Erfüllung, schließlich schreibt Jan Krachtovil, der sich wie die beiden Brüder in Klick & Rush auch in seinem eigenen Podcast mit Fußball auseinandersetzt, über mit dem Sport von Morgen. Dem Einfluss von Klimawandel und KI. Aber um die Chancen für den Fußball („Schiedsrichter werden trotzdem bleiben, weil die Spieler Menschen brauchen, bei denen sie sich beschweren können“) und die Aussichten fürs Eishockey („ich würde nicht daraufsetzen, dass der Eishockeysport in den nächsten zehn bis 15 Jahren in seiner Breite wachsen wird, im professionellen Bereich ist das vielleicht noch was anderes. Aber für den Rest …“) dreht es sich tatsächlich nur im dritten Part der Episode. Welche wissenschaftlichen Anwendungen der Floorball-Experte nutzt? Der Umgang der drei anderen mit KI? Der Spoiler fällt an dieser Stelle flach. Stattdessen wird hier gerne verraten, dass im ersten Part Enttäuschungen der unterschiedlichsten Art thematisiert und auch analysiert werden. Und - Tatsachen, mit denen man sich abfinden kann oder – und die Schlagzeilen des Sommers hallen ja lange noch nach – eben auch nicht: der Kinderwunsch. Und, wenn der erfüllt ist, die Partnerschaft trotzdem in die Brüche geht? Dann passiert oft das, was nicht nur die Hebel-Brüder „überhaupt nicht glauben, können, sich deshalb auch noch nie mit beschäftigt haben“, das Eltern vor Gericht streiten und Katja Degenhardt sagt, „manchmal denkst Du, du bist mitten im Trah TV gelandet. Wenn man da eine Netflix-Serie draus machen würde, würden die Leute sich an den Kopf fassen und sagen, dass es das doch gar nicht gibt! Das Schlimmste ist, es denkt niemand mehr an die Kinder. “ Dann wird sie eingeschaltet, als Verfahrensbeiständin. Das klingt nüchtern und amtlich: „Ich sehe mich immer als Anwältin der Kinder.“ Ob es helfen würde einen Blick ins Buch, das Kai Psotta (in #12 als Gast) mit den Hebel-Brüdern geschrieben hat, Hoffentlich haben die TV im Himmel, zu werfen? Jogi, „tut es immer weh, wenn Familien zerrüttet sind, wenn die sich untereinander beschimpfen: „Ich bin da immer eingeschritten, wir wären froh, wenn wir noch Eltern hätten. Deswegen habe ich es immer schade gefunden, wenn die sich untereinander streiten. Manchmal einfach auch nur des Stolzes wegen und so stehen sie sich oft selbst im Weg.“ Einfach Mal raustreten und von außen draufschauen? Oder einfach nur Mal voller Demut und Dankbarkeit hören, wie der zweifache Vater Uli schildert, „wie sie als Elf- und Dreizehnjährige innerhalb von kurzer Zeit Vater und Mutter an den Krebs verloren haben.“ Und als weiterer Mutmacher von Jogi: „Wie wir irgendwann verstanden haben, dass wir auf uns alleine gestellt sind und wir selbst anpacken müssen.“ Was daraus alles entstanden ist, was sich aus dem Gespräch noch entwickelt –ist genau das, was die Fünffach-Mutter Degenhardt oftmals Trennungs-Eltern mit auf den Weg gibt: „Es muss kein Trauma entstehen. Ganz im Gegenteil. Vielleicht zieht das Kind aus alledem Ressourcen und macht was Gutes draus!“ So wie alle aus diesem Crossover. Ob sie Sport nun mögen oder nicht... part I (00:00) Konzerte und Katzen part II (30:44) Kinder und Katastrophen part III (01:30:35 Ki und KO guests Katja Degenhardt Joachim Hebel Uli Hebel Jan Kratochvil books Katja Degenhardt – Im Namen des Kindes Joachim und Uli Hebel - Hoffentlich haben die TV im Himmel Jan Kratochvil - Der Sport von morgen cover: jennie_laluna voice: miriam sinno music sprengerspricht impro – by toby gad [email protected]
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Regine Bott, Satyajeet Malik , Anne Möllers und Walther Stonet über Mathematik und Mut, Verzweiflung und Versklavung sowie Wunsch und Willen
Große Runde, wie so oft. Digital wie immer. Funktionierend wie immer: „Ich kam mir auch, wenn ich nicht gedacht hätte, dass das ohne einander zu sehen, sondern nur die Stimmen zu hören vor, als säßen wir alle an einem Tisch und würden miteinander sprechen“ fasst die systemische Coachin Anne Möller die 146 Minuten, in denen auch inhaltlich sehr viel Digitales auf der Agenda steht. Was bei sprengerspricht (so und so) funktioniert, macht für Regine Bott an anderer Stelle wenig Sinn: „Es ist toll, wenn ich mir ein Seminar angucken kann, aus welchen Gründen ich auch nicht teilnehmen konnte. Aber es geht so viel verloren. Deshalb bin ich auch an Universäten für Präsenzpflicht!“ Die Autorin, die in der #119 als Das Fräulein vom Amt (:Tanz mit dem Tod) dabei ist, stellt in dieser ihren ersten Coldes-Setting Thriller vor. Der Tunnel erscheint unter dem Pseudoynm Fiona Thomas gleichzeitig mit der #290. Das in einem Tunnel zwar die digitale Welt außen vor bleibt es aber nicht weniger gefährlich und vor allem klaustrophobisch ein kann, veranschaulicht auch das erste Kapitel aus dem Hörbuch, das es am Ende des zweiten Podcast-Parts gibt. Nach Science Fiction klingt ein gesperrter Tunnel schon lange nicht mehr („mein Buch war grade fertig da wurde bei uns einer geschlossen"), Chat-Bots auch nicht. Nicht nur die sind für Walter Stonet, den IT-Experten mit Regierungskontakten eine große Gefahr: „der wir uns immer bewusst sein müssen und die ich versuche immer zu transportieren, in meinen Krimis.“ Auch, wenn die vom Titel her nicht unbedingt danach klingen. Chiemsee Morde - ein Graf-Brühlsdorf-Krimi weckt vermutlich erstmal andere Assoziationen. Wie die wörtliche Übersetzung von Digital Crush – digitale Schwärmerei respektive Verliebtheit klingt schließlich auch erstmal harmloser als es ist. Denn nicht nur im ersten Jugendroman von Anne Möllers versteckt sich dahinter eine große Gefahr. Die Gefahr von Sucht und Abhängigkeit! Die nicht nur bei Jugendlichen gegeben ist und die eine „lange historische Entwicklung genommen hat“, wie Satyajeet Malik eindrucksvoll erklärt. Bei sprengerspricht der indische Staatswissenschaftler übrigens auf Englisch (das funktioniert ähnlich wie in #155 mit der schwedischen Thriller-Autorin Pernilla Ericsson). Während er in seinem Erstlingswerk Der Digitale Raubzug auf Deutsch und auf 308 Seiten („es waren Mal 500 Seiten, das musste ich dann alles kürzen, deshalb hat sich die Veröffentlichung auch so verzögert…“) ausführt, welche Macht Meta und Co haben und die in ihrem eigenen Interesse und gegen die Interessen ganzer Länder ausüben. Sind wir dem allen wirklich machtlos ausgesetzt? Oder müssen wir uns nicht, immer wieder dass vor Augen halten, was der Firmenboss und Herausgeber Stonet sagt: „Wir müssen lernen den Werkzeug-Charakter, den die Werkzeuge, die wir benutzen als solche zu verstehen. Das heißt wir müssen auch immer wissen, wie sie funktionieren.“ Und da alles „Mathematik ist“ oder anders formuliert auf Algorithmen beruht „ist das gar nicht so schwer.“ Stimmt. Schließlich - und das ist auch eine Erkenntnis, die wir lernen: „beruht der Erfolg der sozialen Medien auf unserer Bequemlichkeit.“ Von wegen leicht. Wenn alles extra so gemacht ist, dass wir uns in den Blasen wohl fühlen, dann „fällt die Wahl, die wir haben schwer!“ Es wird auch noch intensiver, einmal mehr beweist diese Episode, dass dieser Podcast kein klassischer Bücherpodcast ist, aber, dass er wie gute Bücher eben auch, auf unterhaltsame Art und Weise Einblicke und Eindrücke vermittelt, die hängenbleiben und Konsequenzen haben. Auch bei den Hörenden, die jetzt vielleicht lernen ihre Emotionen gegenüber Maschinen zu überdenken? Die gibt´s gar nicht? Und ob – zu merken beim Hören und wie hören… part I (00:00) Englisch auf die Eins part II (42:29) Mut auf die Eins part III (01:39:21) Träume auf die Eins guests Regine Bott Satyajeet Malik Anne Möllers Walther Stonet books Satyajeet Malik - Der digitale Raubzug Anne Möllers - Digital Crush Fiona Thomas - Der Tunnel Walther Stonet - Chiemsee Morde cover: jennie_laluna voice: miriam sinno music sprengerspricht impro – by toby gad [email protected]
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Alexander Cimzar, Klaus Maria Dechant und Katrin Rupprecht über Bestseller und Beats, Erfahrungen und Erinnerungen sowie Standards und Stimmungen
Crime time ist angesagt in dieser Ausgabe. Aus gutem Grund – zwar ist auch die #289 zeitlos wie alle, sie geht allerdings in der Urlaubssaison online. Und der Blick über die Liegewiesen und am Strand, der Blick im Flugzeug und in der Bahn täuscht definitiv nicht: „Urlaub und Krimi, das gehört für mich einfach zusammen.“ Klaus-Maria Dechant spricht nicht nur aus eigener (Lese)-Erfahrung, sondern gleich als mehrfacher Experte. Zum einen hat der Podcaster und Autor einen eigenen Verlag (EARLY BIRD BOOKS) zum anderen hat er, wie der Österreicher Alexander Cimcar sagt, mit Krimis und Thriller schreiben für Dummies ein „Nachschlagewerk, das nicht nur in meinem Bücherregal stehen sollte“ verfasst und Dechant war bis Mai 2026 im Vorstand des Syndikats, dem Verein für deutschsprachige Kriminalliteratur. Deshalb auch wenig überraschend: dass es viele Insights gibt („Wie schreibe ich einen Bestseller“) sowie andere Tipps zum Lesen (siehe unten) und zum Hören (klicke hier: #283 Summer Tides: Tokyo Lily in der Wanderbücherei), für alle, die selbst schreiben (oder schreiben wollen) und, dass es natürlich auch darum geht, wer wie was und wo schreibt. Beim Wie gibt´s ein amüsantes Hör-Missverständnis, beim Wo eine krasse Location. Unter anderem das gilt es zu hören! Ein Warum wird dann aber schon hier gespoilert: die Motivation von Katrin Rupprecht, die – und der Grund wird gleich mitgeliefert – unter ihrem Mädchen-Namen Reiser, mit Der Fall Fechtner ihren ersten Roman veröffentlich hat, obwohl sie eigentlich nie einen schreiben wollte. Eigentlich. Denn : „Ich hatte die Ausgangssituation, dass mein Vater 1986 im Juni aus einem Fenster gestürzt ist und starb. Der war Bonner Beamter im Landwirtschaftsministerium und das ganze fand in der damaligen DDR statt. Das hat mich als Elfjährige schon sehr mitgenommen. Und schon damals konnte ich nicht glauben, dass es ein Schwächeanfall war, da weicht man ja eher zurück vom Fenster. Dachte ich mir immer. Es wollte aber niemand mit mir so richtig sprechen, es waren sehr mysteriöse Umstände. Als ich 22 Jahre alt war, habe ich dann nochmal nachgeforscht und es wurde immer dubioser. Aber es gab keine Lösung. Tja und dann kam 2003 ein Anruf und mir sagte ein Mann am Telefon: Dein Vater wurde von der Stasi umgebracht!“ Was danach alles passierte? Bei sprengerspricht die Kommunikations-Expertin darüber ausführlich und löst damit auch bei den Autoren, denen es in ihren Büchern nicht an Fantasie fehlt, einiges aus. Der ehemalige Lehrer aus Kärnten „ist total bewegt, ich hätte mir das nicht vorstellen können, was es zwischen dem Roman und Realität so viele Parallelen gibt und es berührt mich sehr, dass Du deinem Vater damit ein Denkmal gesetzt hast.“ Dechant wundert sich in seiner Unternehmerrolle: „dass die Verlagssuche so schwer war, ich als Verleger hätte das sofort gekauft.“ Den Deal hat er verpasst – dafür klappt vielleicht ein anderer: Denn Alexander Cimcar erfreut Routinier Dechant nicht nur mit seinem Survival-Thriller Alpenblut (zeitgleich zum Podcast erschienen), sondern auch damit, wie er „ganz ohne Akzent, das habe ich noch bei keinem aus Österreich gehört“, am Ende von Podcast-Part II, aus Alpenblut vorliest. Was die Initialzündung für das Werk, das zeitgleich mit dieser Podcast-Episode erschienen ist, war? Die Antwort bringt Euch einem Gewinn-Exemplar näher. Diesmal läuft die Verlosung direkt über den emons-Verlag. part I (00:00) Background Music part II (50:55) Backround Story part III (01:36:46) Background Chor guests Alexander Cimzar Klaus Maria Dechant Dr. Katrin Rupprecht books Alexander Cimzar – Alpenblut Klaus Maria Dechant – Krimis und Thriller schreiben für Dummies/Abgesang Katrin Reiser - Der Fall Fechtner tips Marlen Haushofer - Die Wand James N. Frey - wie man einen... Sol Stein - Über das Schreiben Elmore Leonard - 10 Rules of Writing cover: jennie_laluna voice: miriam sinno music sprengerspricht impro – by toby gad [email protected]
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Florian Schwiecker, Katharina Peters und Marina Schakarian über Verrat und Verluste, Stromausfälle und Systemabstürze sowie Fokussierung und Freude
Sommer 2026. Strom- und Systemausfälle bundesweit in vielen Städten, obendrein Chaos auf den Autobahnen und – wie so oft – bei der Deutschen Bahn. Alles, wie auch die erhöhte Sterberate nur der historischen Hitze geschuldet? Oder existieren andere Gründe, hat jemand anders die Finger im Spiel? Unvorstellbar? Wirklich? Ist es wirklich unvorstellbar, dass jemand beispielsweise die Zeit anhält, die Satelliten manipuliert, auf denen alles beruht? Die Vorstellung vorab zu wissen, wie ein Börsenkurs sich entwickelt und damit viel Geld verdienen oder vernichten, Flugzeugabstürze mit erpresserischeren Motiven anzudrohen oder tatsächlich durchzuführen – klingt das nach purer Fiktion, nach Science -Fiktion? Oder nach Code Null, dem neuen Thriller von Florian Schwiecker? Ja, letzteres trifft zu. Schon der Prolog aus dem Argon-Hörbuch (am Ende von Podcast-Part II) lässt tödliche Konsequenzen vermuten. Allerdings klingen nicht nur diese äußerst real: „Ich arbeite seit fünf Jahren im Management eines der führenden KI-Unternehmen, habe zudem seit Jahren Kontakte zu Wissenschaftlern und Geheimdiensten. Vieles was unwahrscheinlich klingt, ist allerdings gar nicht so unwahrscheinlich.“ Und dabei sieht Schwiecker die Entwicklung der KI noch am Anfang, anders als beispielsweise Harry Knopf in #266 (Scheiß auf Yoga. Ausgespielt! Die Welt der KI). Spoiler: AI spielt in Ausgabe 288 zwar wieder eine große Rolle, aber: „wenn wir im wirklichen Leben lernen damit umzugehen, wird sie uns mehr nutzen als schaden. Zum Beispiel für die Pflegeberufe.“ Kann sie auch allen anderen vom Beruf gestressten Arbeit abnehmen? So, dass wir weniger machen, aber mehr schaffen? Dafür hat die Speakerin, die „früher voller Stolz erzählt hat, dass ich in Moskau geboren bin“, andere Tools, andere Ideen und vor allem andere Ansätze (Schluss mit den Möglichmachern/Aufräumen wie Marie Kondos). Die Dozentin setzt diese in ihrem adaptiven Coaching (adaptiv=situativ=assoziativ=sprengerspricht autorinsights) um und stellt sie in ihrem Buch, Weniger machen,mehr schaffen vor. Da geht´s auch um bewusste Pausen machen, um das Fokussieren auf ein Ziel und - es handelt von Enden, Abschieden, und Verlusten. Verlusten aller Art. Ob die Arbeit, die Heimat, die Wohnung oder sogar wichtige Menschen betreffend. Und das keineswegs nur im Ratgeber. Denn auch bei sprengerspricht Katharina Peters nicht nur über den fiktiven Tod ihrer – sie durch viele Bücher begleitenden Protagonistin – zum Auftakt ihres neuen Krimis, Kaltes Versprechen („ich wusste natürlich, dass das Ärger geben wird. Mich selbst hat der Gedanke auch wirklich erschüttert…“), sondern auch erstmals über den Verlust ihres Vaters, der vor 2023 gestorben ist: „Ich möchte das hier gerne erzählen, weil mich das sehr berührt hat und es zu unserem Thema Heimat passt,. Ich habe in seinen Unterlagen Tagebuchaufzeichnungen gefunden, anhand derer ich nochmal nachverfolgen konnte, was er empfunden hat, als er vor 20 Jahren noch einmal mit seinen Geschwistern in seine Heimat, in die frühere Ukraine gereist ist, aus der alle gemeinsam kurz vor Kriegsende geflohen sind. Er hat sich mit den Menschen getroffen, mit denen er vor Jahrzehnen aufgewachsen ist. Da sind viele Tränen geflossen.“ Aber der Vater hat auch gemerkt, dass die Verbundenheit da ist, trotz neuer Grenzen, trotz neuer Kriege und Krisen. Das macht wiederum Katharina genauso Hoffnung in diesen Zeiten, wie ein Erlebnis, das Marina Schakarian während ihrer letzten Reise nach Armenien erlebt hat: „Da waren in einem Club iranische, russische, armenische und auch ukrainische Menschen. Alle sprachen miteinander, feierten. Es gibt eben doch noch solche Orte, wo sich Leute einfach nur begegnen.“ Daran wird sich hoffentlich nichts ändern. Weder durch von KI verursachte Systemabstürze noch durch die Menschheit. part I (00:00) Heimat und Hitze part II (51:03) Verluste und Fokus part III (01:35:05) Fiktion und Verrat guests Florian Schwiecker Katharina Peters Marina Schakarian books Florian Schwiecker - Code Null Katharina Peters – Kaltes Versprechen Marina Schakarian - Weniger machen, mehr schaffen cover: jennie_laluna voice: miriam sinno music sprengerspricht impro – by toby gad [email protected]
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Silke Neumayer, Caroline Seibt und Wostok über heiße Sommer, kalte Suppen, heftige Speisen, kreative Rezepte, heftige Enden, kultige Videos und harte Zeiten
Alle, die chronologisch hören, werden beim Blick auf den Cast sofort sehen, es steht das zweite Mal infolge Essen auf der Agenda. Das hat den Grund, dass auch die #287 Ferien-Feelings transportiert. Denn was macht zum einen Vorgeschmack auf den Urlaub und was verlängert oder, um das passende Wording zu wählen, konserviert ihn? Genau: ein perfektes Lunch oder Dinner samt passendem Getränk, dass es manchmal sogar unabhängig von der Jahreszeit schafft, den Urlaub nachhause zu bringen. Schließlich, um einen Titel von Bestsellerautorin Silke Neumayer zu zitieren, sind keine Spaghetti auch keine Lösung: „Ich finde das beim Reisen das Schöne, weil ich gerne esse, dass ich Rezepte mitnehmen kann. Meine Tochter ist dann immer genervt, wenn ich sage, dass ich das zuhause nachkoche. Ob es dann genauso schmeckt, ist ja noch etwas anderes.“ Schließlich ist eine Menükarte kein Kochbuch, geschweige denn, dass sich am Urlaubsort die Zeit findet, aus der Essenszubereitung eine Show zu machen, erst Recht keine im Wostok-style. Sergej begeistert mit seiner Freundin Elsa auf YouTube, Instagram und Co. zusammen fast drei Millionen Fans mit sehr witzigen Videos zu kreativen Rezepten. So klingt denn auch gleich das erste, dass der gebürtige Este zu Beginn dieser Podcast-Episode, die einmal mehr beweist, dass dieses Format alles andere als ein klassischer Bücherpodcast ist, samt Übersetzung „und sicherlich für manche eher überraschend, denn es ist eine kalte Suppe“, kredenzt: „Das Krümelchen, weil da alle Zutaten in feine, kleine Würfel gehackt und mit Kefir, Buttermilch oder Ayran vermischt werden.“ Für Wostok, dessen immer wiederkehrendes Motto so heißt, wie der Titel seines ersten Kochbuchs, Schmeckt wie Heimat, das perfekte Gericht für heiße Sommernächte. Krimi-Preisträgerin Caroline Seibt (2024 erhielt sie den Glauser in der Kategorie Newcomerin), ist „ehrlicherweise da hin und hergerissen. Grade bei Kefir.“ Sie würde es definitiv ausprobieren. Spoiler: es werden andere Speisen, manche kennen wir aus dem Dschungelcamp andere von Fastfood-Ketten, nicht nur thematisiert… Und damit sind definitiv keine Salzgurken gemeint, die die Jüngste in der Runde liebt: „wahrscheinlich kommt es drauf an, was man als Kind gerne gegessen hat.“ Dass das bei Caroline Seibt mit der Herkunft ihrer Eltern zu tun hat, ist einer von vielen Insights, die es auch in dieser Ausgabe gibt – denn natürlich steht nicht nur Essen auf dem Programm. sprengerspricht schließlich mit Buchmenschen, da gesteht die eine Autorin, dass „ich gerne auf Englisch schreiben würde, weil der Markt da viel größer ist“, die andere überrascht damit „dass ich zu Beginn der Geschichte nicht weiß, wie es ausgeht und mein Verlag dankenswerterweise aufs Exposee verzichtet.“ Während der erfolgreiche Content-Creator wertvolle Tipps für Insta und Co („lieber viel Arbeit in weniger Videos stecken als andersrum“) weitergibt, verrät Wostok, der unmittelbar mit dem Erscheinen dieser Podcast-Episode in die SPIEGEL-Bestsellerliste aufstieg, auch, „dass ich die Arbeit maximal unterschätzt habe, ich saß da bis in die Nächte, um die Deadlines einzuhalten…“ zumal der Soldat auch sonst „leider zugeben muss, dass ich nicht viel lese. Ich kaufe immer wieder Bücher, stelle sie dann weg, weil mir einfach die Zeit fehlt.“ Die nimmt er sich jetzt aber für das, von der Kritik und in Blogs, einen exemplarischen Blurb steuert Caro von der Krimikiste bei, gefeierte Verlags-Debüt: „Das ist genau mein Ding!“. Und die Zeit „Ausrede, nichts anderes ist es“ fällt bei dem zweifachen Vater jetzt auch weg. Denn das Argon-Hörbuch, aus dem es am Ende des zweiten Podcast-Parts, den Prolog von Weil sie lügt gibt, „kann ich natürlich auch im Auto oder beim Kochen hören. Das auditive Medium geht immer nebenbei, perfekt in meinen Alltag zu integrieren. Das merke ich ja auch bei Podcasts.“ Spätestens nach dieser Ausgabe landet noch einer mehr auf seiner Playlist…vielleicht ja auch bei denen, die seinetwegen das erste Mal sprengerspricht autorinsights gehört/downgeloaded haben und jetzt wissen, hier gibt´s coole Crossover, die ich jederzeit wie alle anderen Ausgaben auch queer Beet genießen kann. part I (00:00) Hemmschwellen beim Verzehr part II (40:46) Hemmschwellen im Netz part III (01:24:30) Hemmschwellen beim Vertrauen guests Silke Neumayer Caroline Seibt Wostok books Silke Neumayer – Liebe auf den ersten Seeblick Caroline Seibt – Weil sie lügt Wostok - Schmeckt wie Heimat cover: jennie_laluna voice: miriam sinno music sprengerspricht impro – by toby gad [email protected]
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Leo Brandt, Lilli Hess, Hilke Maunder und Maike Salhofen über Grusel in Pisa, Rinderfüße in der Normandie, Klammottenklau auf Malta sowie Mord in Ostfriesland
Diese Ausgabe geht in der Ferienzeit online, Stamm-Hörende und Shownotes-Lesende werden es wissen – auch die #286 ist, wie alle anderen zu jeder (Jahres) Zeit zu hören. Klar, Urlaub geht ja schließlich auch immer. Wobei nicht immer überall. Schon gar nicht, wenn beim ersten Besuch etwas vorgefallen ist. Es ist eine Frau in der Runde, die ausgerechnet schon beim ersten Besuch in Pisa (!) schlechte Vibes gespürt hat (was im Verlauf der Episode zu spannenden Offenbarungen, die Mal wieder den Beinamen autorinsights unterstreichen, und deep talk führt, der sehr viel mit dem zu tun hat, das in Ausgabe #254 Zwischen den Dimensionen: meine Angst und unsere! das beherrschende Thema ist). Manches in Sachen Reisen hat sicher auch mit dem älter und vor allem erwachsen werden zu tun. So würde Leo Brandt, der Psychotherapeut „heutzutage ganz sicher nicht mehr an die Costa Brava fahren, als 16jähriger fand ich das allerdings toll.“ Die Kinder von Maike Salhofen waren noch kleiner, als die Familie in Australien gelebt hat und bei einem Ausflug ins Outback aus dem Broken Hill der Brech-Berg wurde…Mehr wird an dieser Stelle jetzt nicht verraten, wobei das tatsächlich noch eher eine harmlosere Urlaubserinnerung ist, ähnlich wie die mit den geklauten Klamotten von Hilke Maunder nach einem Tauchgang auf Malta. Ganz im Gegensatz zu zwei krassen Begegnungen, die im Zusammenhang mit einheimischen Kindern, einmal in Peru und einmal in Indien passiert sind und die schon nach düsterem Thriller klingen. Krimi zu tun haben, Erinnerung die ganz krass ist und schon nach Thriller klingt. Aber – genug davon: hier soll ja Appetit auf die Episode inklusive Urlaubsziele und vier Bücher gemacht werden, zumal auch ein Kochbuch im Blickpunkt ist. Hilke Maunder, die in Frankreich eine zweite Heimat gefunden hat und über die Grande Nation bloggt, stellt Spezialitäten (samt Herkunftsorte) aus der Normandie vor, vieles klingt nach – durchaus für alle, die nicht super kochen können nachzumachen, richtig lecker. Anders klingt allerdings eher nicht nach Delikatesse. Oder, von wegen Kalbsfüße? Schon gar nicht für den Vegetarier in der Runde. Dann doch lieber einen Riesling. Zumal Lilli Hess, die unter ihrem Pseudonym Lilli Alonso in der #154 überhaupt zum ersten Mal offenbart hat, dass sie ihre Zahnarztpraxis auf Mallorca verkauft hat, „das Anti-Talent fürs Kochen bin. Ich habe das Talent zum Essen und zum Trinken. Zumal in Spanien der Vino zum Kulturerbe gehört. Ohne Vino geht hier gar nix.“ Trotzdem spielt Tote trinken keinen Riesling, der Auftakt zu ihrer ermittelnden Busreisegruppe in der Pfalz, genauer an der Weinstraße. An Weihnachten vor der #154 gab Schwiegermutter Heidi den Auslöser: „Ich saß als einzige noch am Tisch mit ihr, alle anderen waren schon aufgestanden, als sie den entscheidenden Satz in ihren Ausführungen sagte: „Schuld war nur der W…!“ Nein, nicht der Weihnachtsmann. Das gilt es genauso zu hören, wie den Einfluss, sprich welche tatsächlich passierten Taten, im Thriller des Paar-Therapeuten auftauchen. Fakt ist: Das Gehöft ist keine ganz leichte Kost, der Prolog, den es zum Abschluss dieser Ausgabe von Hörbuch-Hamburg(02:51:00) gibt, lässt es genauso ahnen, wie die spannende Diskussion der Runde, die den Thriller, der ursprünglich einen ganz anderen Titel haben sollte, schon kennt. part I (00:00) Urlaub, Uhrzeit, Urangst part II (51:17) Kloster, Küche, Kindergräber part III (01:55:16) Wein, Würstchen Wahrheit guests Leo Brandt Lilli Hess Hilke Maunder Maike Salhofen books Leo Brandt – Das Gehöft Lilli Hess – Tote trinken keinen Riesling Hilke Maunder – Frankreich Kochbuch – Normandie Maike Salhofen - Bruder Enno und das Herz des Störtebeker cover: jennie_laluna voice: miriam sinno music sprengerspricht impro – by toby gad [email protected]
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"Der vielleicht coolste Bücherpodcast im deutschsprachigen Raum" -Wolfgang Ainetter, Autor, Ex-Ministeriums-Sprecher
Denn sprengerspricht autorinsights ist kein klassischer Bücherpodcast.
Es ist ein wöchentliches Talkformat in dem spannende Menschen - auch im wörtlichen Sinn -
miteinander ins Gespräch gebracht werden. Über viele Dinge. Somit bringt vor allem der erste Part
auch Leuten, die nicht lesen, spannende Diskussionen und Erkenntnisse.
Romy Hausmann bringt den USP, das Alleinstellungsmerkmal, auf den Punkt:
Kein Host, der seinen Fragenkatalog abarbeitet, einer der nicht sich, sondern seine Gäste in den Vordergrund stellt."
Oder wie es Kolumnist und Bestsellerautor Till Raether sagt:
"Ein zurückhaltender und trotzdem lenkender und inspirierender Gastgeber, vor allem in der Personen-Zusammenführung."
Die Runden sind aus vielen Bereichen zusammengestellt, wie ein Blick in über 200 Shownotes verrät:
Autorinnen und Autoren, Bloggerinnen und Blogger, Hörbuchsprecherinnen und Hörbuchsprecher, Musikerinnen und Musiker, Medienschaffende, Sportlerinnen und Sportler, Politikerinnen und Politiker, Podcasterinnen und Postcaster.
Alle verbindet mehr als die Liebe zu Büchern, die Liebe zum Lesen, alle haben viel zu sagen.
Der Titel sprengerspricht steht fürs genaue Gegenteil: Christian Sprenger,
Journalist und Mediencoach, ehemaliger TV-Moderator "ist der Anti-Lanz" sagt Dozent und Drehbuchautor Jørn Precht.
So entsteht ein Wohlfühlformat, in dem es weder laut noch populistisch zugeht,
in dem alle ausreden und ihre Gedanken zu Ende führen können, ganz ohne zeitliche Begrenzung.
Darum wird gerne auch mal länger über alles diskutiert: Vor allem über die Menschen,
nicht nur ihre Bücher, auch ihre Leidenschaften, ihre Sorgen, ihre Entwicklung und vieles mehr.
"Bei sprengerspricht lernt man Leute kennen, die man schon immer kennenlernen wollte, ohne es vorher zu wissen." Bestsellerautor Ralf Langroth
sprengerspricht autorinsights - jeden Freitag neu.
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