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    Gesünder mit praktischer Medizin

    Einfache Wundversorgung

    31. Mai 2020

    Nächste Episode

    Wie versorgt man einfache Verletzungen und fördert deren Heilung

    Warum wichtig?
    Aufbau der Haut
    Epidermis (Oberhaut) äußerste
    Dermis (Corium, Lederhaut) mittleren Schicht
    Subcutis (Unterhaut)
    Wundheilung mit oder ohne Narbe?
    Basalschicht unversehrt (z.B. Schürfwunden) - Keine Narbe
    Bis in die Lederhaut oder tiefer - Narbe
    Was folgt aus alledem für die Wundversorgung?
    Trocken oder feucht?
    Praktisches
    Blutung stillen
    Schürfwunden
    Platzwunden
    Schnittwunden
    Heilungsphasen
    Reinigungs- /Entzündungsphase (Tag 1-3):
    Granulationsphase (Tag 4)
    Epithelisierungsphase (Tag 5-10)
    Narbe
    Wund- und Heilsalben:
    Ursachen für Wundheilungsstörungen
    Grenzen der Selbstbehandlung → Zum Arzt
    Hausapotheke Essentials zur Wundversorgung
    Wundreinigung
    Desinfektion (Antiseptika)
    Trockene Wundversorgung
    Wundschnellverbände/Pflaster
    Gut geeignet z.B. für Schnittwunden
    Nachteil Wundschorf
    Kompressen
    Klammerpflaster/Wundverschlussstreifen
    Feuchte Wundversorgung bei größeren oder nässenden Wunden
    Sprühpflaster
    Wund- und Heilsalben



    1. Meine Bitte an Sie: //

    2. Wie kommen wir in Kontakt //
      Pharma-Song: //
      Zusammenfassung:
      Nächste Woche:
      Belege


    Warum wichtig?
    Hautverletzungen Hauptanteil aller Unfallverletzungen
    Ziemlich Bandbreite Entstehen durch
    Äußere Gewalteinwirkung / mechanisch
    Schürf-, Schnitt- und Stichwunden,
    Riss-, Quetsch- und Platzwunden,
    Ablederungen,
    Bisswunden und
    Blasen
    Thermische Verletzungen
    Verbrennungen,
    Erfrierungen und
    Stromverletzungen
    Chemische Verletzungen Verätzungen durch
    Säuren oder
    Laugen.
    Und jetzt denken Sie mal nach, hätten Sie für all diese Fälle die Grundausstattung zu hause und wüssten was zu tun ist?
    Und bei dem was zu tun ist hat sich in den letzten Jahren durch Forschung einiges getan. Viele Jahre galt es als erstrebenswertes Ziel, eine Wunde austrocknen zu lassen. Dabei stellte man sich vor, dass Schorf die Wunde vor bakterieller Kontamination schützt und die Heilung begünstigt. Das ist heute anders.
    Die Verwendung sogenannter klassischer Pflaster (Fachbegriff Wundauflagen) und Salben etc. direkt in die Wunde ist nach wie vor weit verbreitet, um (akute) Wunden zu versorgen.
    Ziel? Schnell heilen und möglichst keine Narben. Daher selbst kleinere Wunden sorgfältig behandeln, so oberflächlich sie auch aussieht.
    Bei komplizierten Verletzungen und chronischen Wunden Arzt.
    Und immer daran denken “Bin ich Tetanus-geimpft?” Also gegen Wundstarrkrampf. Alle 10 Jahre Auffrischimpfung. Kinder Grund im Säuglingsalter 4 mal; 1. Auffrisch 5-6, 2. 9-17
    Aufbau der Haut


    Epidermis (Oberhaut) äußerste
    Eine mehrlagige Schicht aus Hornzellen bildet die sichtbare Oberfläche der Haut, die uns wie ein Panzer vor Umwelteinflüssen schützt.
    die Hornschicht an der Hautoberfläche nutzt sich schnell ab. Jeden Tag verlieren wir bis zu 14 Gramm abgestorbener Hautzellen.
    In der Basalzellschicht bilden sich daher laufend neue Hautzellen,
    die innerhalb von vier Wochen verhornen und an die Hautoberfläche wandern.
    Nach nur einem Monat haben wir also eine komplett neue Haut.
    In 80 Jahren Lebenszeit wechseln wir unsere Haut rund 1.000 Mal.


    Fun facts:
    Die Schleimhaut des Darms in weniger als einer Woche
    Das Knochenmark bildet 300 Milliarden Blutzellen pro Tag.
    Die Leber kann fast auf die Hälfte schrumpfen und wächst wieder nach
    Skelett-Muskel bauen sich - je nach Training - fast im Wochen­rhythmus auf und ab.
    Das Haar verlängert sich mit etwa 1 cm pro Monat;
    die Fingernägel mit etwa 0,3 cm.
    Gehirn und Herz kaum oder nur kurz (Sanai et al. 2011) bis gar nicht.
    Geschwindigkeiten unterschiedlich, aber unser Körper ersetzt sich selbst mit einem im Großen und Ganzen neuen Set an Zellen alle 7-10 Jahre


    In der Basalzellschicht auch die sogenannten Schattenspender der Haut, die Melanozyten. Sie produzieren den Farbstoff Melanin, der die Haut bei UV-Strahlung bräunt und wie ein Sonnenschirm das empfindliche Erbgut der Hautzellen schützt.
    Die Epidermis bewahrt uns außerdem vor dem Austrocken: Ohne sie würde unser Körper rund 20 Liter Wasser am Tag allein durch Verdunstung verlieren.
    Dermis (Corium, Lederhaut) mittleren Schicht
    Das elastische und zugleich reißfeste Fasergeflecht bildet das Gerüst
    Blutgefäße, Talg- und Schweißdrüsen, Lymphgefäße sowie Zellen zur Immunabwehr.
    Zapfenförmige Verbindungen in die Oberhaut versorgt mit Sauerstoff und Nährstoffen.
    Subcutis (Unterhaut)
    Lockeres Bindegewebe und Fettzellen,
    Schützt Knochen, Muskeln sowie Organe vor Druck und Wärmeverlust
    Energiespeicher.
    Wundheilung mit oder ohne Narbe?
    Basalschicht unversehrt (z.B. Schürfwunden) - Keine Narbe
    Basalzellen produzieren neue Hautzellen, füllen Defekt von unten nach oben auf.
    Wunde schnell wieder verschlossen, ohne Narbenbildung vollständig abheilen.
    Neu gebildete Gewebe unterscheidet sich nicht von den ursprünglichen Zellen
    Sogar das feine Relief bleibt sichtbar:



    • Leisten (Rillen, Fingerkuppen, Fußsohle) Fingerabdruck

    • Felder (Rückseite der Hand, rautenförmig) Reserve-Falten, dehnt/zieht man verschwinden sie
      Bis in die Lederhaut oder tiefer - Narbe
      nur noch unter Narbenbildung repariert (reparative Wundheilung).
      zerstörte Hautzellen durch Bindegewebe ersetzt.
      Neu entstandenen Zellen unterscheiden sich von den zerstörten Zellen, bilden eine Narbe.
      Ersatzgewebe fehlen Pigmente, Haarfollikel, Talg- und Schweißdrüsen.


    Was für eine Narbe?
    Primäre Wundheilung: bei glatten, dicht aneinander liegenden Wundrändern, kaum Gewebeverlust und keine Infektion, keine Fremdkörper
    strichförmige, fast unsichtbaren Narbe
    z. B. Schnittwunden
    sekundäre Wundheilung: größerer Gewebeverlust,
    Wundränder auseinanderklaffen oder unregelmäßig,
    oder die Wunde infiziert.
    Ausgedehntes Narbengewebe, Heilung dauert deutlich länger.
    Was folgt aus alledem für die Wundversorgung?
    Sauber und ohne Fremdkörper (Dreck, Steine)
    Keine Infektion
    Wenn Narbe zu erwarten ist, dann wenigstens Wundränder glatt und dicht aneinander
    Auch hier wieder primäre und sekundäre Wundversorgung
    Primäre Wundversorgung: Blutung stoppen.
    Oberflächliche Verletzung Pflaster (Wundschnellverband) oder Gewebekleber,
    Bei tieferen Wunden Naht oder Klammern (Schweinsteiger im WM-Finale 2014).
    Sekundäre Wundversorgung:
    Pflege infizierter und länger bestehender Wunden.
    Hier kein sofortiger Verschluss, sonst Infektion ausbreiten und tiefer in den Körper. Wunde bleibt zunächst offen und wird regelmäßig gereinigt.
    Nach Abklingen der Infektion verschlossen, meist genäht.
    → Vermeiden, Immer durch Arzt.
    Trocken oder feucht?
    Trockene Wundauflage abdecken ist klassisch.
    Feuchte Wundversorgung = moderne Variante, neu entwickelte Materialien.
    Speziellen Wundauflagen halten die verletzte Stelle feucht.
    Vor allem bei schlecht heilenden Wunden und Verbrennungen.
    Praktisches
    Blutung stillen
    Kleine Wunde: Sterile Kompresse auf die Wunde und mit Mullbinde fixieren.
    Stärkere Blutungen: Nach der ersten Umwicklung der Mullbinde Verbandpäckchen über die Wunde, Rest der Mullbinde dann straff; drückt die Blutgefäße zu, stoppt Blutung.
    Biss- und Brandwunden, stark verschmutzte Wunden und Verletzungen mit klaffenden Wundrändern: besser Arzt um Infektionen und Narbenbildung vorzubeugen.
    Schürfwunden
    Oberflächlich
    Wenn bis zur Lederhaut: Auch Blutgefäße beschädigt und Blutung
    In aller Regel selbst
    gründlich säubern
    desinfiziert
    feuchte Wundheilung (Schürfwunden nässen, trockene Wundauflagen bleiben kleben, Haut reißt bei jedem Verbandswechsel erneut auf)
    Leichte Schürfwunden: Sprühverband vor Schmutz schützen.
    Größere Verletzungen Salbenkompresse oder Wundkompresse ab..
    Wundfläche sehr groß, Arzt.


    Platzwunden
    Stumpfer Gewalteinwirkung, Haut reißt auf.
    Meist nur oberflächlich, können aber stark bluten.
    Wundränder ausgefranst, heilen ohne Behandlung nur schlecht.
    Kleinere Wunden selbst versorgen.
    Reinigung und Desinfektion
    Heftpflaster
    Klaffende, stark blutend, Arzt näht, strips, oder klammern, oder an Körperstellen ohne große Spannung Gewebekleber.
    Schnittwunden
    Zur Reinigung zunächst ein wenig ausbluten.
    Kurz unter fließendem, kalten Wasser.
    Bei kleineren Schnittverletzungen reicht die Kälte meist aus, um die Blutung zu stoppen. Desinfizieren.
    Klammerpflaster, v.a. wenn weiterhin blutend.
    Wenn größer Verbandspäckchen oder Kompresse und Mullbinde, hoch lagern.
    Tiefgehende Schnittverletzungen oder ausgefransten Rändern: Arzt
    Heilungsphasen


    Reinigungs- /Entzündungsphase (Tag 1-3):
    Aus den verletzten Gefäßen sickert Blut und spült eingedrungene Keime und kleine Fremdkörper heraus
    Verschluss durch zunächst instabilen, dann zunehmend festeren Pfropf
    Immunsystem aktiv, Mikroorganismen abzutöten, Entzündungszeichen wie Rötung und Schwellung, Wundsekret unterstützt Wundreinigung und bildet das für die weitere Heilung notwendige feuchte Wundmilieu.
    Granulationsphase (Tag 4)
    Neues Gewebe gebildet.
    Füllgewebe ist grob gekörnt (lateinisch granulum = Körnchen), tiefrot und glänzt feucht, noch sehr empfindlich und kann leicht aufreißen und bluten.
    Wundsekret lässt nach.
    Optimal ist in dieser Phase ein feuchtes Wundmilieu, denn beim Austrocknen der Wunde entsteht Schorf, der das weitere Zellwachstum hemmt.
    Möglichst ungestörte Wundruhe gewährleisten.
    Epithelisierungsphase (Tag 5-10)
    Epithelzellen von den unverletzten Wundrändern auf die Oberfläche des Granulationsgewebes und wachsen dort fest.
    Epithelschicht verdickt sich und verschließt stabil und vollständig.
    Auch sie braucht für gutes Wachstum ein feuchtes, warmes Milieu.
    Anfangs ist die Epithelschicht noch dünn und verletzlich, vor mechanischen Belastungen schützen.
    Wundauflage sollte keinesfalls mit der Wunde verkleben und möglichst mehrere Tage auf der Wunde verbleiben können, damit die Wundruhe gewährleistet wird.
    Narbe
    Umbau des Granulationsgewebes
    Kann Monate bis Jahre dauern
    Frisch rötlich
    Später verblasst sie durch Abnahme der Zahl der Blutgefäße.
    Wund- und Heilsalben:
    Erst wenn geschlossen
    Keine normalen Cremes
    Dexpanthenol
    Zinksalbe fördert Bildung von Kollagen und Vernetzung von Fibrin, trocknet Wunde aus
    Silikon-haltige Salben reduzieren Narben.
    Ursachen für Wundheilungsstörungen
    Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, chronische Venenerkrankungen und Durchblutungsstörungen
    Infektion oder Fremdkörper
    Arzneistoffe: Glucocorticoide, Immunsuppressiva, Tumormittel, Blutverdünner
    Immobilität, u.a. durch Schmerzen
    Nicht ausreichende Ernährung: Flüssigkeit, Vitamine
    Alter
    Grenzen der Selbstbehandlung → Zum Arzt
    Akut
    Starken Blutungen
    Schnittwunden, die tief oder größer als einen Zentimeter sind
    Tief in der Wunde steckenden Fremdkörpern
    Klaffenden, ausgefransten Wundrändern
    Empfindungsstörungen und Bewegungseinschränkungen (Nerv/Sehne)
    Großflächigere Verletzungen, z.B. Brandwunden
    Bisswunde
    Stark verschmutzten Wunden, zumindest ärztliche Hilfe um korrekt zu reinigen.


    Wenn akut zum Arzt, dann: Sterile Auflage (Kompresse, Verbandpäckchen)


    Während der Wundheilung zum Arzt wenn
    Infektion, erkennbar an Schwellung, Rötung, Wärme und Wundschmerz.
    Bei einer Schnitt- oder Schürfwunde gelbliche bis bräunliche Beläge entfernen, da sie die Wundheilung stören
    Nekrosen, braune oder schwarze, ledrige Beläge von abgestorbenen Gewebe
    Verzögerungen
    Hausapotheke Essentials zur Wundversorgung
    Wundreinigung
    Schnittwunden etwas ausbluten. Dadurch reinigt sich die Wunde selbst.
    Danach auf Fremdkörper untersuchen
    Schnittwunde: Messer z.B. häufig Reste von Schnittgut, Holzstaub oder feine Gemüsefasern.
    Schürfwunden: häufig durch Partikel verunreinigt.
    Zur Reinigung im häuslichen Bereich:
    Fließendes Leitungswasser in Trink-Qualität, mittlere Temperatur.
    Besser physiologische Kochsalzlösung (0,9% NaCl), da steril!
    unkonserviert nach der Anwendung entsorgen.
    Fertige Wundspüllösungen mit Antiseptikum
    Prontosan® Wound Spray
    Hansaplast® Wundspray antiseptische Wundreinigung
    Kleine Fremdkörper (Steinchen, Glassplitter) mit spitzer Splitterpinzette.
    Desinfektion (Antiseptika)
    Ein optimales Desinfektionsmittel
    Breites Wirkspektrum → Kein Tyrothricin
    Durch Blut und Eiweiß möglichst wenig inaktiviert → Kein Jod
    Wundheilung nicht hemmen, sondern eventuell sogar fördern → Kein Wasserstoffperoxid, Chlorhexidin, Gentianaviolett, Iodoform, Borsäure
    Schmerzlos in der Anwendung → Keine alkoholischen Lösungen
    Geringes Allergierisiko → Kein Jod
    Farblos → Nicht Jod


    Mittel der ersten Wahl farblose Wirkstoffe
    Octenidin (Octenisept®)
    Polihexanid (Levanid®, Prontosan® Hansaplast® Wundspray)
    Wunde vollständig benetzen und ausreichend lange einwirken.
    Trockene Wundversorgung
    Wundschnellverbände/Pflaster
    Trägermaterial einseitig klebende
    Elastisch, wasserabweisend, wasserfest oder hautfreundlich
    Hautfarben, weiß, transparent oder für Kinder bunt.
    Auf der Kleberseite saugende Wundauflage.
    Eine Auflage von Silberionen hat eine leicht antibakterielle Wirkung.
    Steril oder unsteril als Meterware zum Abschneiden oder fertige Strips
    Spezialformen, z. B. für Fingerkuppen und -gelenke.


    Decken Wunde ab
    Schützen vor Keimen und mechanischer Belastung
    Wundsekret und Blut aufsaugen → trocknet → Wundschorf
    Gut geeignet z.B. für Schnittwunden
    Primär heilend, nicht infiziert, glatte Wundränder, eng aneinander → nur schmaler Wundschorf
    Nachteil Wundschorf
    In festen Kruste für die Heilung wichtige Bestandteile der Wundflüssigkeit wirkungslos (Enzyme, Hormone und Immunzellen)
    Hemmt Einwanderung neu gebildeter Zellen in den Wundbereich
    Verzögert Heilungsprozess
    Kann mit Wundauflage verkleben, Wunde reißt beim Verbandwechsel auf.
    Kompressen
    Steril aus
    Verbandmull (z. B. ES-Kompressen Hartmann®, Gazin®, DracoFix®),
    Vliesstoff (z. B. Drako®, Vlivasoft®, Medicomp®) oder
    für stärkere Saugkraft aus Vlies mit Zellstoffkern (z. B. Zemuko®, Drako® Saugkompressen, Zetuvit®, Zetuvit® plus).
    Kleben selber nicht
    Fixierbinden
    Verbandskasten-Verbandpäckchen, Wundauflage auf Mullbinde zur Fixierung.
    Klammerpflaster/Wundverschlussstreifen
    Ein Spezialfall für Schnittwunden bis 1 cm
    z. B. 3M™ Steri-Strips, Dermaplast® Medical Schnitt- und Platzwunden, GoTa-Por® Wundnahtstreifen, Leukostrip®, Omni­strip®)
    Oberflächliche Schnittverletzungen: kein Auseinander­klaffen der Wundränder.
    Erst Wundreinigung, Blutung mit steriler Kompresse stillen (leichter Druck).
    Dann Streifen quer über Schnitt, auf trockene Haut, Wundränder zusammen
    Mit Wundauflage abdecken


    Feuchte Wundversorgung bei größeren oder nässenden Wunden
    Können Flüssigkeit spenden und adsorbieren; also für trockene und nässende Wunden.
    Schaffen feuchtes Wundklima.
    Für Granulations- und Epithelisierungsphase der Wundheilung sehr wichtig.
    Essentiell für Zellen des Immunsystems
    Verkleben nicht mit der Wundoberfläche
    Abziehen schmerzlos.
    Neu gebildete Gewebe nicht zerstört.


    Für Schürfwunden sehr gut geeignet (z.B. Dermaplast® Medical Schürfwunden).
    Aufgeklebt, sobald Blutung zum Stillstand.
    Mehrere Tage auf der Wunde, bis es sich von selbst ablöst.
    Nicht auf infizierte, eitrige Wunden angewendet werden.
    Bilden mit normalem Wundsekret ein gelbliches Gel, das ähnlich wie Eiter aussieht und riecht.
    Nicht verwechseln!
    Auch Blasen-, Hornhaut- oder Herpespflaster


    Sprühpflaster
    Kleine, oberflächliche Schnitt- oder Schürfwunden, die nicht mehr bluten oder nässen
    Z.B. Flint® Sprühpflaster, Hansaplast® Sprühpflaster, Urgo® Sprühpflaster
    Flexibler, transparenter, atmungsaktiver und wasserfester Film über der Wunde.
    Muss nicht entfernt werden, löst sich nach einigen Tagen von selbst auf.
    Gut für schwer zugängliche oder häufig bewegte Stellen.
    Nachteilig wenig mechanischen Schutz, keine polsternde Wundauflage.


    Und zum Schluss noch…


    Wund- und Heilsalben
    Birkenrinden-Trockenextrakt (Episalvan®) als Gel, dünn auf Wunde und mit Verband abgedeckt.
    Zugelassen zur Behandlung oberflächlicher Hautwunden und Verbrennungswunden
    Beschleunigt Wundheilung (Scheffler 2017)
    Dexpanthenol, angeblich in Pantothensäure umgewandelt, B-Vitamin für Regeneration von Haut und Schleimhaut (Bepanthen®, Cicaplast®)


    Bevor ich das Wichtigste nochmal zusammenfasse



    1. Meine Bitte an Sie: //
      Wenn Ihnen dieser Gratis-Podcast gefallen, dann bewerten sie ihn bitte z.B. auf iTunes,
      mit einem kurzen schriftlichen Kommentar, z:B.
      RACE-Chris277 “Vielen Dank für diesen Podcast. Ich schätze die kompetente Information ohne “Tschakka” und Selbstdarstellung. Weiter so.
      UBS27 Ich … bin immer wieder dankbar ein abgewogenes Wissen über Medizinthemen zu erfahren…
      und 5 Sternen
      Je nach Statistik 1.000-8.000 Hörer aber nur 74 Bewertungen und 6 Kommentare.
      Danke im voraus.
      …und teilen sie ihn laden sie Freunde dazu ein. So lernen noch mehr Menschen diesen Podcast kennen.

    2. Wie kommen wir in Kontakt //
      z. B. für Fragen, Anregungen und Themenwünsche
      2 Gruppen: dort auch mehrmals pro Woche aktuelle und valide Infos,
      Facebook: Beitreten,
      Telegram: https://t.me/podcastgmpm,

      E-Mail: harald.schmidt@mac.com
      Einige sehr spezifische Beratungen oder einfach mal eine zweite Meinung
      Themenwünsche: Herpes ist behandelt, Entspannungstechniken/Stressresistenz, Bruxismus, Alkohol, Allgemeine Gesundheitsvorsorge (regelmäßige Check-ups, Krebsvorsorge, Impfungen, Fachärztliche Untersuchungen) - unter Berücksichtigung d. Alters.
      Manchmal auch ich Tipps zur technik.
      Vielen Dank dafür //


    Pharma-Song: //

    Der heutige Song ist mal kein Song
    “Platzwunde Bastian Schweinsteiger”
    von Deutsche Fußball-Nationalmannschaft 2014 “1:0 Finale gegen Argentinien”
    WM 2014
    Zitat: “Also der hat die Faust oben im Gesicht … sogar ein Schlagen … schlägt ihm da voll ins Gesicht … Bastian Schweinsteiger … ist … genäht/getackert worden ..” //

    Zusammenfassung:
    Wundreinigung meist reich lauwarmes Leitungswasser
    Mildes Desinfektionsmittel für offene Wunden: Octenidin
    Grundausstattung:
    Sterile Wundkompressen und Verbandspäckchen + Mullbinde oder Fixierpflaster zum Fixieren
    Trockene Pflaster/Wundschnellverband Variationen
    Tipp: Wundnahtstreifen/Klammerpflaster (steril)
    Evtl. Sprühverband
    Feuchte Wundauflage hat 1-3 Tage Zeit, evtl. bei Bedarf
    Wund- und Heilcreme: Birkenrinden-Trockenextrakt
    Wissen wann zum Arzt: Schnitt > 1 cm, großflächig, Biss, Empfindungsstörungen und Bewegungseinschränkungen, Infektion auch während der Wundheilung
    Tetanus-Impfung alle 10 Jahre!
    Nächste Woche:
    Komplizierte, chronische Wunden, z.B. der Diabetiker-Fuß


    Belege
    Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR) für Episalvan, European Medicines Agency, EMA/89271/2016, EMEA/H/C/003938
    Fachinformationen der genannten Präparate, Stand August 2018
    Fernandez R, Griffiths R. Water for Wound cleansing, Cochrane Database Syst Rev 2012;(2):CD003861, doi:10.1002/14651858.CD003861.pub3 Review
    Kramer A, Dissemond J et al. Schlussfolgerungen aus dem Konsensus Wundantiseptik 2018 für die Auswahl von Wundantiseptika. Universitätsmedizin Greifswald, abstract.krankenhaushygiene.de, Abruf am 24. August 2018
    Kujath P, Michelsen A. Wunden – von der Physiologie zum Verband. Dtsch Ärztebl 2008;105(13):239-248, doi:10.3238/arztebl2008.0239
    Vasel-Biergans A. Wundauflagen für die Kitteltasche, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 2010
    Wilson F, Kohm B. Verbandmittel, Krankenpflegeartikel, Medizinprodukte. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart 2014


    Sanai, Nader, Thuhien Nguyen, Rebecca A. Ihrie, Zaman Mirzadeh, Hui-Hsin Tsai, Michael Wong, Nalin Gupta, et al. 2011. “Corridors of Migrating Neurons in the Human Brain and Their Decline during Infancy.” Nature 478 (7369): 382–86.
    Scheffler, Armin. 2017. “Entwicklung Des Neuen Phytopharmakons Episalvan (Betulin) Zur Wundheilung.” Zeitschrift Für Phytotherapie. https://doi.org/10.1055/s-0043-114315.


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