Regina Denk, Simone Scharbert und Tim Sonderhüsken über anonyme Überraschungen, den W-G-Sebald-Literaturpreis und geheimnisvolle Aussichten
„Diese Frage und immer und immer wieder dieses Ausspielen Unterhaltung versus Literatur. Das finde ich ganz schwierig. Denn Menschen zu unterhalten ist eine ganz große Kunst und sie über so eine lange Strecke zu unterhalten erst recht.“ Einen denkwürdigen Satz, den Simone Scharbert sagt, während die kollektive Runde über das Roman-Debüt von Tim Sonderhüsken alias Timothy Paul schwärmt (den Prolog von Eine Liebe ohne Sommer aus dem Argon-Hörbuch gibt’s am Ende von Podcast-PaPart II) Ein Zitat, dass ganz sicher nicht nur für diesen 464-Seiten-Roman gilt. Sondern definitiv auch für dieses Podcast-Format. Denn auch, wenn der Host - wie erneut in dieser Episode - immer wieder betont, dass er keinen klassischen Bücher-Podcast, geschweige denn einen der vielen hochgelobten Literatur-Podcasts verantwortet, so ist es doch so, dass eine frischgekrönte und überglückliche Literatur-Preisträgerin ihren ersten öffentlichen Auftritt nach der offiziellen Bekanntgabe in diesem kleinen Format absolviert. Die Rede ist natürlich von Simone Scharbert, die „immer noch nicht viel sagen kann, weil das echt noch ein bisschen weird für mich ist.“ Sieben Tage vor Veröffentlichung der #292 „hat die Deutsche Sebald Gesellschaft via Instagram ganz zart angeklopft, ob ich sie mal bitte anrufen könnte. Ich hatte bei der Einreichung völlig vergessen meine Telefonnummer reinzuschreiben, wahrscheinlich weil ich gedacht habe, das wird eh nichts bei über 590 eingesandten Texten. Alles andere hatte ich ganz brav aufgeschrieben, Adresse und so.“ Und das „was mir am Anfang sehr komisch und merkwürdig vorgekommen ist, wendete sich um 180 Grad!“ Denn, die im bayrischen Aichach geborene, im nordrheinwestfälischen Erftstadt lebende und unter anderem bei der Volkshochschule arbeitende Simone Scharbert, erfährt so, dass sie den diesjährigen und mit 10.000 Euro dotierten W.-G.-Sebald-Literaturpreis gewonnen hat. Der Namensgeber, der deutsche Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Winfried Georg „Max“ Sebald (*18.5.1944 - †14.12. 2001) bekannt als W. G. Sebald ist Regina Denk bestens vertraut. Den Preis an sich kennt Tim Sonderhüsken „erst seit letztem Jahr, weil er da Lena Schätte verliehen wurde. Ihr Buch Das Schwarz an den Händen meines Vaters gehört für mich zu einem der besten Bücher, die ich in den vergangenen drei, vier Jahren gelesen habe und liegt immer neben mir auf dem Sofa.“ Und der, wie Denk ebenfalls, lange im Verlag tätige, Sonderhüsken liest viel, für seinen Blog sowie den gleichnamigem Podcast Rababum und als Lektor. Der eingereichte und preisgekrönte Text, Einer liegt, eine sitzt. Kammerprosa ist auf der Homepage der Sebald-Gesellchaft nachzulesen. Nachzuhören ist sonst Lyrik und Prosa von Simone Schabert in ihrem eigenen Audioformat, nahaufnahme, als Lesung für zwischendurch. Der erste Auszug des ausgezeichneten Textes, der ist erstmals und ebenfalls exklusiv in dieser Ausgabe, die damit einmal mehr dem Format-Beinamen autorinsights gerecht wird. Und auch damit erneut, das unterstreicht, was Sonderhüsken sagt: „Die Differenzierung zwischen Literatur und Unterhaltung ist hirnverbrannt." Weitere Beispiele liefern auch Für Anna, das Buch über Anna Atkins, eine der ersten Fotografinnen, das Scharbert aus guten Gründen "eine Belichtung" nennt und Der Fährmann. Regina Denks atmosphärisch düsteres Familiendrama, das zur Zeit des ersten Weltkrieges an der deutsch-österreichischen Grenze angesiedelt ist (Die Einführung anderswo, aus diesem Argon-Hörbuch am Ende von Part I). Ein Roman, der Tim Sonderhüsken nochmal betonen lässt: "Wer die Differenzierung zwischen Literatur und Unterhaltung macht, der hat den Schuss nicht gehört!" Oder/und diese Podcast-Episode nicht,
part I (00:00) Anonyme Überraschung
part II (50:25) Anonymer Besuch
part III (1:52:17) Anonymer Ausblick
guests
Regina Denk
Simone Scharbert
Tim Sonderhüsken
books
Regina Denk – Der Fährmann
Timothy Paul – Eine Liebe ohne Sommer
Simone Scharbert – Für Anna
cover: jennie_laluna
voice: miriam sinno
music
sprengerspricht impro – by toby gad
[email protected]
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- 00:00Kapitel 1 Anonyme Überraschung
- 50:25Kapitel 2 Anonymer Besuch
- 01:52:17Kapitel 3 Anonymer Ausblick
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