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    sprenger spricht autorinsights

    (294) Der gefährlichste Ort: Stadion Alte Försterei!

    28. August 2026

    Maike Möller-Engemann, Reinhard Rohn und Torsten Schulz über Fußball und Vorbilder, Kindheit und Kiten sowie Fehlurteile und Femizide!


    Fußball, Fiktion und Femizide. Ja, ein Genre-Mix ist bei diesem Format für die Hörenden nichts Ungewöhnliches. In den Shownotes finden sich einige Crossover-Episoden. Aber diese Konstellation? „Die ist sehr mutig, und dafür möchte ich mich sehr herzlich bedanken. Denn es es ist ein wunderbares Gespräch geworden, mit viel Tiefe und vielen Einblicken, es ist mir eine Freude dabei zu sein,“ fasst kein geringerer als Reinhard Rohn zusammen. Der Wahlkölner ist Schriftsteller, Übersetzer, Lektor und war jahrelang Verlagsleiter. Bei sprengerspricht er erstmals in Ausgabe #191 (Deutsche Bahn: Die Möglichkeit eines Wunders!) Knapp zwei Jahre später ist er mit seiner neuen Krimireihe, die nicht, wie alle seine vorherigen in Köln spielt, sondern in Portugal angesiedelt ist, zu Gast: „Bewusst nicht an der Algarve, sondern in der Region, die 100 Kilometer nördlich von Lissabon liegt. Nazaré ist der Hauptort, der bis vor zehn 15 Jahren ein beinahe verschlafenes Fischerdörfchen war, bis die Profisurfer den Ort entdeckt haben.“ Und in dem sein Sohn jetzt wohnt. Der, mit dem Rohn als ehemaliger Dauerkarten-Inhaber zu jedem Spiel des 1. FC Köln gegangen ist: „Mittlerweile bin ich lieber niederklassig unterwegs und oute mich hier als Mitglied des VFL Osnabrück, das ist mein Heimatverein.“ Wie er die Chancen des Zweitliga-Aufsteigers einschätzt? Nein, diese Frage wird natürlich nicht gestellt, denn der Sport respektive der Fußball spielt in diesem Format aus vielen Gründen keine so große Rolle. Aber, es gibt trotzdem kein Vorbeikommen am Saisonauftakt 2026/2027 der Fußball Bundesliga. Die geht schließlich zeitgleich mit dieser Ausgabe an den Start. Allerdings auch dazu werden keine noch so absurden Transfersummen durchgekaut, keine Prognosen über ein eventuelles Meisterrennen und über vermeintliche Absteiger erstellt – dafür existieren unzählige Fußballpodcasts. Aber, da vor exakt 35 Jahren, 1991/1992 eine ganz besondere Saison angepfiffen wurde, wird die Geschichte eines ganz besonderen Fußballers erzählt, die von Günter, genannt Jimmy, Hoge. Hoge (*7.10.1940; † 6.11.2017) würden sicherlich noch mehr Menschen kennen und er hätte sicherlich mehr als sechs Länderspiele für die DDR absolviert, wenn er nicht ein falsches Lied angestimmt hätte. Welches? Der Spoiler fällt an dieser Stelle flach! Stattdessen wird hier gern verraten, dass, als Hoge Ende der 1960er Jahre für Union Berlin spielte, der emeritierte Professor für Praktische Dramaturgie an der Filmuniversität zu Babelsberg, Torsten Schulz, "seinen Jimmy"  als kleines Kind vergötterte! Als Scheidungskind hatte er irgendwann zwei Väter: „Beide waren eher durch Feindseligkeit verbunden, bis sie bemerkten, dass sie beide Fans von Union Berlin sind. Und – der Lieblingsspieler von beiden war eben Jimmi Hoge.“ So erkor sich der kleine Junge seinen eigenen Helden, seine eigene Vater- und Mentoren-Figur: „Ich habe Hoge im Stadion an der Alten Försterei interviewt und vor allem sehr mit ihm gesprochen, ihn oft um Rat gefragt.“ Nicht in Wirklichkeit, sondern tatsächlich nur in der Imagination. Weil der kleine Torsten eine Person zum Austausch brauchte, so wie die kleine Ella in Maike Möller-Engemanns spektakulärem Debütkrimi: „Das ist schon eine witzige Parallele, dass das auch bei mri eine Rolle spielt“. Ja und dass ist nicht der einzige Zusammenhang, wie sich schnell zeigt. Mut wird eben belohnt. Der von Maike Möller-Engemann mit einem Stipendium von den mörderischen Schwestern, einer Krimivereinigung, die bald ihren 30. Geburtstag in #296 (online ab dem 25. September 2026) feiert. „Ohne die dadurch gewonnene Zeit, hätte ich dieses Buch nicht schreiben können.“ Denn das Thema Femizid erforderte "viele Hintergrundgespräche und einer Menge Recherche." Dabei sind Möller-Engemann gleich zwei Fakten bewusst geworden: Zum einen führte sie selbst eine toxische Beziehung, die tödlich hätte enden können („ich habe mich zum Glük noch rechtzeitig getrennt") zum anderen, dass sich Bücher, Studien oder/und auch unzählige True-Crime-Podcasts sehr intensiv mit den Tätern auseinandersetzen: „Manche sogar ausschließlich, die lassen  die Opferperspektive komplett außen vor.“ . Zudem werden den Tätern noch durch ein BGH-Grundsatzurteil, das 2008 in einem Femizid Fall gefällt wurde, oftmals noch mildernden Umstände angerechnet. Deshalb: „Habe ich bewusst darauf verzichtet, den Täter zu Wort kommen zu lassen. Der ist, so viel verrate ich gerne, ein typischer deutscher Hipster aus Berlin, nur um gleich noch ein paar Vorurteile auszuräumen.“ Es war auch niemand mit Migrationshintergrund, dessen Fall der ehemalige Professor, der öfter Prozesse im Gerichtssaal beobachtet, intensiv recherchiert und der ihn sprachlos gemacht hat: „Ein Mann hatte sich heiratsmarktmäßig eine Frau aus Kuba geholt, die hier viel vermisste, ein eigenes Leben begann, tanzen ging usw.… das brachte diesen Mann, wie man es damals ausdrückte in eine suchthafte Haltung und er tötete die Frau mit mehreren Messerstichen. Ich habe mit dem Mann selbst gesprochen, viele Tonbandmitschnitte gemacht, schließlich war er aus dem erweiterten Kollegenkreis.“ Torsten Schulz, der auch preisgekrönte Drehbücher schrieb, verwarf das Projekt dennoch: der Packen Papier liegt immer noch in meinem Keller, ich konnte und wollte darüber kein Wort schreiben." Was den Regisseur stoppte? Was ihn fassungslos machte? Das ist die Frage, die es zu beantworten gilt, um ein Exemplar von Der gefährlichste Ort  zu gewinnen. Die Antwort in die dazugehörigen Reels bei Instagram oder per mail! Spätestens bei dieser Koinzidenz an dieser Stelle in der Episode #294 und/oder beim Lesen dieser Shownotes offenbart sich einmal mehr die Erkenntnis: Auch diejeneigen, die an diesen Gesprächsrunden, an diesem Talk-Format mit dem berechtigten Beinamen autorinsights, teilnehmen und sich öffnen, beweisen Mut. 


    part I (00:00:34) Ball und Ballett
    part II (00:43:53) Anarchie und Atlantik
    part III (01:30:49) Furcht und Fehlurteil


    guests
    Maike Möller-Engemann
    Reinhard Rohn
    Torsten Schulz 


    books
    Maike Möller-Engemann - Der gefährlichste Ort
    Miguel Silva – Die Tote von Nazaré
    Torsten Schulz – Kindheit mit Jimmy oder die Kunst zu dribbeln


     cover: jennie_laluna


    voice: miriam sinno   

    music
    sprengerspricht impro – 
    by toby gad


    [email protected]


     

     

     

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    • 00:00:34Ball und Ballett
    • 00:43:53Anarchie und Atlantik
    • 01:30:49Furcht und Fehlurteil

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