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    (296) 9/11: Die Helden von Manhattan!

    11. September 2026

    Beril Keribar, Jürgen Heimbach und Anja Marschall über Bundespräsidenten und Bilder, Fiktion und Fantasy sowie Trigger und Trauma


    Es gibt diese Daten, diese Tage, die Du nie in Deinem Leben vergisst. Die sich eingebrannt haben ins Gedächtnis, wo Du genau weißt, wo Du warst und was Du gemacht hast, in diesem Moment, der Deine oder die ganze Welt zum Stillstand bringt. Ein solches Datum ist definitiv für alle die, die schon im letzten Jahrhundert geboren wurden, der Tag an dem diese 296. Episode live ist: der 11. 9. 2001. Ein Datum, dass wohl alle im US-Format abrufen: 09-11 - Nine-Eleven. Zwei Zahlen, die tausend Bilder wachrufen. Man hat sie sofort vor Augen und „ich war völlig überrascht, als ich realisiert habe, wie lange das schon her ist. Für mich fühlt sich das an, als wenn es jetzt grade erst war. Vielleicht vor fünf, sechs, sieben Jahren.“ Das Gefühl hat Anja Marschall sicherlich nicht exklusiv. Zu unfassbar war das, was tatsächlich vor exakt 25 Jahren passiert ist, „ich saß im Auto und dachte erst, das wäre ein Hörspiel so im Sinne von krieg der Welten von Orson Wells“ erinnert sich Jürgen Heimbach. Heimbach wie Marschall in den 1960er geboren bekam sofort „Angst, weil man sich direkt gefragt hat, wie werden die USA reagieren, was wird noch passieren?“ Auch, wenn Beril Kheribar damals grade zehn Jahre alt war, weiß sie, „dass ich mit meinen Eltern und beiden Schwestern im Wohnzimmer saß, wir haben einen Film geguckt und der wurde unterbrochen. Und dann kamen die Nachrichten. Meine Eltern waren aufgeregt und wollten dann auch nicht, dass wir das so richtig mitbekommen.“ Noch konkreter werden die Erinnerungen,
    nach der Timeline, mit der Marschalls Buch die Helden von Manhattan beginnt.
    Die ist in voller Länge aus dem Hörbuch-Hamburg nach 20 Minuten zu hören und verursacht sicher nicht nur in der Gesprächsrunde Gänsehaut: „Da kommen nochmal ein paar Bilder hoch. Und jetzt, wenn ich das höre wird mir auch bewusst, dass das ja Livebilder waren und ich weiß, dass mich das stark geprägt hat. Denn als wir ein paar Monate später in den Urlaub fliegen wollten, hatte ich Angst, in den Flieger zu stiegen.“ Wohlgemerkt die Die Spiegel Bestseller Autorin war damals zehn Jahre alt. Noch jünger, genau sechs Jahre alt, war der Sohn von Jürgen Heimbach: „der lag im Krankenhaus, wir haben uns dann dort sofort eine Karte fürs TV geholt und geguckt. Aber wir haben auch versucht, den Jungen zu schützen, dass er sich nicht zu sehr aufregt.“ Und natürlich weiß auch Anja Marschall noch genau, wo sie war: „Auf dem Weg von der Arbeit nachhause und musste zum Hauptbahnhof in Hamburg. Wie immer war ich in Eile und habe mich wahnsinnig geärgert, dass die Leute mir alle im Weg standen, die standen wie Statuen und starrten alle auf irgendwelche Fernseher. Ich habe gedacht, haben wir Weltmeisterschaften, habe ich wieder was verpasst. Und als ich zuhause ankam, hatte ich das Gefühl, dass was Größeres ist. Und dann saß ich wie erstarrt zuhause eine Stunde vor dem Fernseher. In Schuhe und Jacke auf dem Boden.“ Es sind nicht nur Erinnerungen und Bilder, die bleiben: „Auch das Unverständnis über die größe Herzlosigkeit, die kann ich bis heute nicht nachvollziehen und die ist einer der Gründe, warum ich das Buch geschrieben habe.“ Neben der Recherche und vielen Gesprächen vor Ort „habe ich mir unzählige Filme und Videos angeschaut.“ Ein Kurzfilm, den Tom Hanks gesprochen hat, Boatlift an untold tale of 9/11 Resilience, hat Marschall besonders beeindruckt. Denn: darum geht´s in ihrem „dokumentarischen Roman, um die Evakuierung von knapp einer halben Millionen Menschen von Lower Manhattan per Boot.“ Eine Tatsache, „die nicht Mal unbedingt die Amerikaner alle kennen, weil alle in den Momenten nur auf die beiden Türme gestarrt haben.“ Übrigens nicht Mal im Abschlussbericht des damaligen US-Präsidenten George W. Bush stand ein Wort über diese Helden. Helden, die Jürgen Heimbach auch deshalb faszinieren, weil „ich in meinen Büchern auch immer versuche wenig unbekannte oder wenig bekannte Ereignisse in Roman zu erzählen.“ Ob die Geschichte von Marlon, der sich 1975, während in Stammheim der RAF-Prozess beginnt, als Fluchtwagenfahrer bei einem Banküberfall mitmacht, real oder fiktiv ist? Vielleicht sogar pure Phantasie? Auch das gilt es in dieser Ausgabe zu hören, genauso wie den Prolog aus dem Argon-Hörbuch, am Ende des zweiten Podcast-Parts, vom Auftakt der Darkest-Academy-Trilogie von Beril Kheribar. Die ist definitiv ihrer eigenen Phantasie entsprungen. Wobei tatschlich - wie so oft - der Ursprungskern „ein persönliches Trauma“ ist. Ein Trauma wie für sehr viele Menschen überall auf der Welt,  der 11. September 2001, Nine-Eleven. Und das auch noch exakt 25 Jahre danach.

    part I  (00:00:00) Bundespräsident und Bilder
    part II (00:42:45) Boote und Boock
    part III (01:19:43) Backstory und Blase

    guests
    Beril Keribar
    Jürgen Heimbach
    Anja Marschall

    books
    Beril Keribar – The Darkest Academy 1 – Bones
    Jürgen Heimbach – Straßenköter
    Anja Marschall – Die Helden von Manhattan

    cover: jennie_laluna
    voice: miriam sinno   

    music
    sprengerspricht impro – by toby gad

     

    [email protected]

     

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    • 00:42:45Bundespräsident und Bilder
    • 01:19:43Boote und Boock
    • 01:19:43Backstory und Blase

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