"Der Finanzwesir rockt - Der etwas andere Podcast über Geld und finanzielle Bildung

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    Der Finanzwesir rockt - Der etwas andere Podcast über Geld und finanzielle Bildung

    • 45.
      11 Sep 2017
      0:31:50

      Warum es besser ist, mit 20 Gas zu geben als mit 50.

      Diese Folge ist eine Mahnung an die Jüngeren und wird den Älteren wenig Trost spenden. Der Untertitel dieser Folge: „Warum es besser ist mit 20 Gas zu geben als mit 50“.

      Die Antwort: Weil man mit 50 andere Prioritäten hat, als noch den Star-Performer im Job zu geben. Mit 50 kann sich auch der hartnäckigste Chucks-Träger sein Schicksal nicht mehr schönreden. Mit der fünf vorne ist ist man alles mögliche aber nicht mehr jugendlich. Mit 55 beginnt für die ersten die Großeltern-Saison.

      Und wenn nicht: Man ist definitiv in der zweiten Halbzeit und fragt sich: „Welche Tore will ich noch schießen?“

      Zeit, die Bucketliste auf dem Schreibtisch auszukippen und die Träume zu sortieren: „Du bleibst Traum, du wirst Realität“.
        
      Das kostet Geld (muss noch mal ins Land der Hobbits) oft aber nur Zeit (ich mach‘ jetzt einen Angelschein).

      Woher nehmen und nicht stehlen?

      Der Tag hat 24 Stunden und wenn das nicht reicht, dann nehmen wir die Nacht dazu. Diesen Spruch überlassen wir den Dreißigjährigen. Mit 50 können wir noch 80 werden, haben aber trotzdem schon Rücken oder Schulter. Dreimal pro Woche den ersten Flug ab Hamburg nach London / Madrid / München und dann mit der letzten Maschine wieder zurück nach Fuhlsbüttel und das wochenlang.

       Das war in den Dreißigern stressig aber machbar. Heute ist es

      1. rein körperlich jenseits unserer Möglichkeiten,
      2. auch nicht mehr so unglaublich erregend. Wir wissen wie fliegen geht und würden auch nicht mehr behaupten, dass wir in Toronto gewesen wären, wenn das „In-Toronto-sein“ sich so beschreiben lässt: Flughafen / Taxi / Konferenzraum / Hotel / Konferenzraum / Taxi / Flughafen. Das ist kein Torontobesuch, sondern SWAT-Action.

      Aber die Träume hocken nun mal auf dem Schreibtisch und hoffen auf Realisierung. Zum zweiten Mal: Was tun?
      Wie wär’s mit einem: „Chef ich geh‘ auf 70%.“
      Wohl dem, der mit 20 spießig genug war sich zügig ausbilden zu lassen und dann ins Berufsleben zu starten. Kein freiwilliges soziales Jahr in Argentinien, kein Work & Travel in Neuseeland, keine Selbstfindung in Indien. Sondern in den Jahren in denen man wirklich belastbar und auch noch so herrlich naiv ist, wird das Geld verdient.
      Was die Naivität angeht: Mit dreißig habe ich auch geglaubt, dass die von der obersten Heeresleitung so voll enthusiastisch verkündete Reorganisation tatsächlich der Knaller ist. Mit 50 trinkt man Whisky und kein Koolaid.

      Ich weiß, es ist viel verlangt mit 30 ein Leben zu planen, dass 80 Jahre dauert. Aber Ihr 50jähriges Ich wird es Ihnen danken.

      „Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will“
      Jean-Jacques Rousseau

      oder im Finanzwesirstil:

      „Leben und arbeiten in der arschlochfreien Zone“

      Links zum Thema der Woche

      Finanzbegriff der Woche

      Das Hamsterrad. Ein klassisches Teekesselchen – unsere Deutschlehrer nannten es Homonym oder Polysem.

      1. Laufrad für Kleinnager
      2. Abwertende Bezeichnung für einen 9-to-5-Job

      Medienempfehlung des Finanzrockers

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    • 44.
      0:28:30

      Dauerhaft Vermögen bilden. Darauf müssen Sie in der Praxis achten.

      Sparpläne – na klar, was soll man dazu schon groß sagen. Sie sind sinnvoll, schnell eingerichtet und oft kostenfrei. Fertig!
      Sagen wir: Fast fertig. Daniel und ich haben genauer hingesehen und festgestellt: Es gibt – im operativen Detail – eine Menge Unterschiede.

      1. Mögliche Sparplanraten (min, max)
      2. Sparplanintervalle (monatlich bis jährlich)
      3. Ausführungstage (zwischen einem und vier)
      4. Dynamisierung
      5. Automatische Wiederanlage von Ausschüttungen (haben nur wenige und dann manchmal noch mit Bedingungen verknüpft)
      6. Zahl der ETF pro Sparplan
      7. Lastschrifteinzug von Drittkonten
      8. Zahl der ETF und Anbieter
      9. Zahl der kostenlosen Aktions-ETF
      10. Depotgebühren
      11. Kaufkosten

      Wenn Sie diese elf Kriterien in endlicher Zeit zu einem funktionierenden Sparplan zusammenbauen wollen müssen Sie kompromissfähig sein. Optimierer, die sich die Auswahl des S-Brokers zum Onvista-Preis mit der Comdirect Portfolio-Flexibilität wünschen werden scheitern.
      Der Finanzrocker sagt ganz richtig:

      „Einen Tod muss man sterben.“

      Unser Fazit: Ein Sparplan ist eine Psycho-Krücke. Man hat ihn nicht, um zu sparen, sondern um in der Krise weiter zu sparen. Das macht die Rendite und nicht die Kaufkostenfuchserei.

      Links zum Thema der Woche

      Finanzbegriff der Woche

      Der Cost Average Effect soll eintreten, wenn man regelmäßig die gleiche Summe in Aktien oder ETFs investiert. Ist der Kurs hoch, bekommt man weniger Wertapiere, sinkt der Kurs füllt sich das Depot schneller.
      Das Problem: Cost average klingt cool und wird von den Banken massiv beworben, hält aber einer kritischen Überprüfung nicht stand. Die Einmalanlage ist kostengünstiger und dazu noch renditeträchtiger.
      Eine Untersuchung des New Yorker Vermögensverwalters Gerstein Fisher zeigt: Die Durchschnittsmethode ist schädlich. So nahmen die Experten den Zeitraum von Januar 1926 bis Dezember 2010 unter die Lupe. Einmalinvestments schnitten demzufolge in 20-Jahres-Abschnitten besser ab, als diejenigen, die den Einstieg in zwölf Schritten innerhalb eines Jahres unternahmen. 70 Prozent der Einmalanleger erzielten eine höhere Rendite.
      Das gilt nicht nur für die USA, sondern auch für den DAX.

      „Für eine fundierte Aussage betrachten wir dabei das gesamte Spektrum der DAX-Entwicklungen seit 1964 in rollierenden 10-Jahreszeiträumen. Dabei haben wir die durchschnittliche Investitionsquote der Einmalanlage auf das gleiche Niveau des Sparplans gesenkt, um vergleichbare Aussagen zum Risiko und Rendite beider Alternativen zu erhalten. Mit der Einmalanlage lassen sich in 2/3 der Fälle höhere Endvermögen erzielen als mit einem Sparplan, obwohl das Risiko (Kapitalbindung, Volatilität) beider Strategien gleich ist. Im Mittel hat die Einmalanlage eine jährliche Rendite von 4,5 Prozent erzielt, während die durchschnittliche Rendite der Sparpläne bei 3,9 Prozent lag. Damit verpufft der Cost-Average-Effekt an der Realität und sollte ad acta gelegt werden.“
      Quelle Mars Asset Management

      Buchempfehlung des Finanzwesirs

      Der Cost Average Effekt in der Anlageberatung – Einsatzmöglichkeiten und Grenzen sowie deren mathematische Hintergründe* von B. Hofmann, M.Richter, F.Thießen und R. Wunderlich (TU Chemnitz)

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    • Wer Rendite will, muss Unsicherheit ertragen.

      An der Börse ist jeden Tag Suppenkasper: „Nein, meine Aktien kauf‘ ich nicht!“ Die Kurse sind immer entweder zu hoch oder zu tief und niemand weiß, ob ab morgen nicht doch Roland Emmerich an der Wall Street die Regie übernimmt.
      Also lieber noch einen Tag warten. Und so steht man am Rinnstein und das Börsenleben zieht an einem vorbei und das Leben wird grau und man war nie dabei. Weder als es regnete und auch nicht, als die Sonne schien. Und das einzige, was sicher ist, ist die staatliche Rente auf „Reicht-für-nicht-unter-der-Brücke“-Niveau.
      Was tun?
      Vielleicht auf die Alberts hören.

      Einstein sagt:

      „Man muß die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher.

      Schweizer sagt:

      „Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin, dass du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst.“

      Wir sprechen im Podcast über den Unterschied zwischen komplex und kompliziert.
      Kompliziert ist einfach. Zumindest für intelligente Menschen mit genug Zeit.
      Komplex ist tödlich. Zumindest für intelligente Menschen, die sich Zeit nehmen.
      Nichts lähmt einen Ingenieur oder Naturwissenschaftler zuverlässiger als eine solide Portion Komplexität. Komplexität ist wie eine unendliche Folge von Babuschkas. In jeder Puppe steckt nur eine weite Puppe und nicht der finale Erkenntnisgewinn.

      Wir erklären im Podcast, was Sie tun müssen, um endlich anzufangen.

      Unser Fazit

      „Weniger falsch“ ist das neue „Richtig“. Werden Sie Holist und lernen Sie den Kontrollverlust zu lieben.
      Und im Übrigen: Komplexität kann man wegreden. Auch in Ihrer Stadt treffen sich Finanzwesir-Leser und sprechen über Gott & die Welt und Geld & Finanzen.

      Links zum Thema der Woche

      Finanzbegriff der Woche

      Holismus. Man kann die Börse nicht als Summe ihrer Einzelteile begreifen, sondern muss sie als ganzen lebenden Organismus sehen. Nur weil Sie eine Sache vollständig auseinander genommen haben, bedeutet das nicht, dass Sie auch verstanden haben, was dieses Ding „im Innersten zusammenhält“. Das ist Holismus. Jeder redet mit jedem und alles rückkoppelt sich gegenseitig.
      Man muss da ein bisschen aufpassen, denn die Grenzen zwischen Holismus und Mystizismus sind fließend („Das Tao der Physik“). Aber letztlich erklären alle Religionen und Glaubensrichtungen die Welt holistisch.
      Die klassischen Schulfächer sind alle reduktionistisch ausgelegt, die Ökologie, die Ethnologie und die Systemtheorie (Kybernetik (Regelungs- und Kommunikationstheorie) und Chaostheorie) sind holistisch ausgerichtet.

      Buchempfehlung des Finanzwesirs

      Team of Teams: New Rules of Engagement for a Complex World* von General Stanley McChrystal.

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      (*)Affiliate-Link: Das Buch wird für dich nicht teurer, aber wir erhalten eine kleine Provision.

    • 42.
      0:47:45

      Die 8 schlimmsten Renditekiller an der Börse

      Excel rockt!
      Leider nur bedingt.
      Excel sagt ganz trocken: A1 – B2 = -5%
      Unser Gehirn interessiert das nicht, denn es funktioniert wie das Setup eines Metal-Gitarristen. Der Ton wird erst einmal durch eine Kette emotionaler und kognitiver Verzerrungen gejagt und bricht dann brüllend laut über uns herein.

      • -5%, das kann bedeuteten: VERKAUFEN!!!!!!!
      • -5% kann aber auch heißen: KAUFEN!!!!!!

      Ruhe erste Bürgerpflicht! Raus aus dem Moshpit der Emotionen.

      Wir präsentieren die 8 größten Feinde der Rendite:

      1. Home-Bias: Nur was der Bauer auch kennt, nimmt er zu sich. Problem fürs Depot: Deutschland ist nicht die Welt. Viele gute Firmen haben ihren Sitz außerhalb Deutschlands
      2. Overconfidence-Bias: Es gibt einen schmalen Grat zwischen gesundem Selbstbewusstsein und Größenwahn.
      3. Self-Serving-Bias: Der kleine Bruder des Overconfidence Bias. Erfolge sind mein Verdienst, wenn’s mal nicht so läuft ist jede Ausrede gut genug.
      4. Verlustaversion: Ein anderer Ausdruck für Besitzstandswahrung
      5. Regret Aversion: Heute schon Angst haben, womöglich morgen etwas zu bedauern. Soweit in die Zukunft muss man erst mal denken.
      6. Trend-Chasing: Klar gibt’s den Spruch „The trend is your friend“. Aber was bringt es Gewinnen hinterher zu jagen, die andere längst gemacht haben.
      7. Aktuelle Stimmung: Laufen Sie nicht jeder News-Sau nach, die durchs Dorf getrieben wird.
      8. Verwechseln von Korrelation und Kausalität. Nicht jeder, der eine Korrelation findet, darf sich eine Kausalität dazu ausdenken. Werden Sie misstrauisch, wenn Ihnen jemand den Verlauf der Aktienkurse mit einem Satz erklären will, der mit weil anfängt.

      Links zum Thema der Woche

      Finanzbegriff der Woche

      Der Bias – auch kognitive Verzerrung genannt – ist ein kognitionspsychologischer Sammelbegriff für systematische fehlerhafte Neigungen beim Wahrnehmen, Erinnern, Denken und Urteilen. Sie bleiben meist unbewusst und basieren auf kognitiven Heuristiken.
      Biase begleiten uns durchs ganze Leben. Abseits der Börse finden wir

      • den Attributionsfehler: Die Neigung, die Ursache für ein beobachtetes Verhalten zu oft in (feststehenden) „Charaktereigenschaften“ der handelnden Person und zu selten in den (variablen) Merkmalen der jeweiligen Situation zu suchen
      • die Ankerheuristik: die Tatsache, dass Menschen bei bewusst gewählten Zahlenwerten von momentan vorhandenen Umgebungsinformationen beeinflusst werden, ohne dass ihnen dieser Einfluss bewusst wird
      • den Bestätigungsfehler: Die Neigung, Informationen so auszuwählen und zu interpretieren, dass sie die eigenen Erwartungen erfüllen
      • das Hot-Hand-Phänomen: Eine zufällige Häufung von Erfolgen im Sport und Glücksspiel wird als „einen Lauf haben“ oder als „Glückssträhne“ angesehen.
      • den Gender-Bias: Die Neigung Rollenklischees entsprechende Vermutungen anzustellen (Baggerführer = Mann, Kindergärtnerin = Frau).
      • den Default-Effekt: Übermäßige Bevorzugung derjenigen Option, die in Kraft tritt, wenn ein Agent keine aktive Entscheidung trifft.
      • Déformation professionnelle: Die Neigung, eine berufs- oder fachbedingte Methode oder Perspektive unbewusst über ihren Geltungsbereich hinaus auf andere Themen und Situationen anzuwenden
      • den Dunning-Kruger-Effekt: Tendenz inkompetenter Menschen, das eigene Können zu überschätzen und die Kompetenz anderer zu unterschätzen, Dunning und Kruger hatten in vorausgegangenen Studien bemerkt, dass etwa beim Erfassen von Texten, beim Schachspielen oder Autofahren Unwissenheit oft zu mehr Selbstvertrauen führt als Wissen.

      Buchempfehlung des Finanzrockers

      Risiko – wie man die richtigen Entscheidungen trifft* von Gerd Gigerenzer.

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    • 41.
      0:49:07

      Faktor-Investing – smarte Rendite oder Marketing-Hokuspokus?

      Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht.

      In dieser Folge sprechen wir über Faktor-Investing, auch beworben als Smart Beta. Wobei William Sharpe (Nobelpreisträger & Erfinder der Sharpe-Ratio) sagt, dass ihn dieser Begriff krank macht. An Smart Beta ist nichts smart. Es sind im besten Fall regelbasierte quantitative Strategien, die den industrialisierten und damit kostengünstigen Zugriff auf Faktor-Premiums erlauben. Dinge, die früher als heiliges Alpha zu einem hohen Preis verkauft wurden, weil nur aktive Guru-Manager dieses Alpha schöpfen konnten.

      Wie gesagt: Im besten Fall. Im schlechtesten Fall sind es verzweifelte aktive Manager, die ihren Kram umbenennen und versuchen auf der Smart-Beta-Welle noch ein paar Euros abzugreifen.

      Im Laufe der Jahre haben die Ökonomen einen ganzen Faktor-Zoo auf die Beine gestellt. Die akademische Literatur kennt über 600 Faktoren. Wenn man die aber böse anschaut und den Rotstift zückt verschwinden die beiden Nullen und aus 600 werden 6.
      Diese sechs sind beständig, weit verbreitet, robust, investierbar und logisch erklärbar.

      1. Beta-Faktor
      2. Size-Faktor
      3. Value-Faktor
      4. Momentum-Faktor
      5. Die Faktoren Quality & Profitability
      6. Term-Faktor

      Wir schauen uns diese Faktoren an und versuchen daraus ein Portfolio zu bauen. Das ist gar nicht so einfach, denn Faktoren bucht man nicht so einfach dazu. Faktoren-Prämien ersitzt man sich mit einem Zeithorizont von 15 bis 20 Jahren.
      Sie können Faktoren nicht einfach so zusammenrühren. Manche verstärken sich, andere löschen sich aus. Wer am Faktoren-Buffet willenlos „einmal alles“ bestellt hat gute Chancen auf die Performance eines MSCI World zum Wucherpreis. 

      Und wer das nicht macht, kriegt trotzdem einen Kater namens Tracking-Error-Regret. Mehr dazu im Podcast.

      Links zum Thema der Woche

      Auf englisch

      Finanzbegriff der Woche

      Sharpe Ratio – Auf die risikobereinigte Performance kommt es an!

      „8%, will ich!“, so denkt er, der Privatanleger. Blöd nur, dass er dabei blind für die Risiko-Krokodile ist. Die Sharpe Ratio sagt, gegen wie viele Krokodile Sie für jedes Renditeprozent antreten müssen.

      Entwickelt wurde die Sharpe Ratio vom Nobelpreisträger William Sharpe (gut, dass Sharpe kein Bayer ist. Schickelgruber-Verhältnis klingt irgendwie nach Kir Royal).

      Berechnung der Sharpe Ratio

      Zuerst ziehen Sie die Verzinsung einer risikolosen Anlage (Tagesgeld) von der Rendite des ETFs ab. Die verbleibende Rendite teilen Sie durch das eingegangene Risiko. Dabei dient díe Standardabweichung als Risikomaß. Es gilt: Je mehr Euros der ETF pro Risikoeinheit einbringt, desto höher die Sharpe Ratio.

      Die Grundidee

      Anleger wollen Rendite ohne Schwankungen (Volatilität).
      Zwei Fonds lieferen eine Rendite von 10%. Einer schwankt um +/- 10%, der andere um +/- 15%. Ganz klar: Der Wenigschwanker wird gekauft.

      Leider ist das nicht die Regel. Meist muß ich als Anleger aber zwischen Wertpapieren wählen, von denen eines zwar etwas schwächer in der Rendite, aber eben auch etwas weniger risikobehaftet ist. Hier gibt die Sharpe Ratio die notwendige Hilfestellung.

      Das lässt sich an einem Beispiel illustrieren: Fonds A übertrifft die Tagesgeldrendite um 10% pro Jahr. Die Standardabweichung betrugt 20%. Dies resultiert in einer Sharpe Ratio von 10/20, das lässt sich zu 0,5 kürzen.

      Fonds B generierte lediglich 8% pro Jahr aber mit einer geringeren Standardabweichung (15%), wodurch sich insgesamt eine etwas höhere Sharpe Ratio von 8/15 = 0,53 ergibt. Fonds A hatte die bessere Rendite, aber Fonds B lieferte mehr Rendite für das eingegangene Risiko und ist deshalb vorzuziehen.

      Je höher die Standardabweichung (Volatilität) eines Fonds, desto höhere Renditen sind erforderlich, um eine hohe Sharpe Ratio zu erzielen. Dagegen benötigen Fonds mit geringerer Volatilität weniger hohe Renditen, um eine attraktive Sharpe Ratio auszuweisen. Eine hohe Sharpe Ratio garantiert somit nicht, dass ein Fonds risikoarm ist.

      Auch ein wild schwankender „No-risk-no-fun“-ETF kann eine hohe Sharpe Ratio haben. Wenn die Rendite noch mehr Gas gibt als das Risiko passt alles. Zumindest in Excel. Was Ihr Magen zu dieser Achterbahnfahrt sagt, steht auf einem anderen Blatt.
      Die Sharpe Ratio ist relativ. Sie können mit ihrer Hilfe ETFs vergleichen und sortieren, aber sie macht keine direkte Aussage über das eingegangene Risiko.
      Eine Sharpe Ratio kleiner Null bedeutet: Besser verkaufen und in Tagesgeld umschichten. Dieses Investment erwirtschaftet noch nicht einmal den risikolosen Zinssatz.

      Buchempfehlung des Finanzwesirs

      Beide Bücher sind von Andrew L. Berkin und Larry E. Swedroe.

      Your Complete Guide
      to Factor-Based Investing:
      The Way Smart Money
      Invests Today
      *
      The Incredible Shrinking Alpha:
      And What You Can
      Do to Escape Its Clutches
      *

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    • 40.
      0:57:33

      Erfolgreiche Aktienstrategien für Privatanleger

      Mit der richtigen Strategie die richtige Aktie finden und dann zackig richtig reich werden. Soweit die Werbung auf den einschlägigen Portalen. Der Finanzrocker lässt es in diesem Podcast langsamer angehen. Schneller Reichtum wird nicht versprochen. Wir schauen uns diese fünf Strategien an

      1. Momentum- und Trendfolgestrategien, nicht nur mit Aktien, sondern gehebelt mit Derivaten
      2. Die Dividendenstrategie, aktuell eine der beliebtesten Strategien. Entsprechende Facebook-Gruppen haben schon 10.000 Mitglieder und freuen sich über 500 neue Mitglieder pro Woche.
      3. Magic Formula
      4. Levermann-Strategie
      5. Value Strategie

      Diese Strategien können auch kombiniert werden. Dividendenstrategie plus Magic Formula, Value plus Dividende. Solange man sich die Rohwerte aus dem Internet herunterladen kann, rechnet Excel alles aus. Es bleibt Ihnen überlassen den Sinn dahinter zu finden.
      Sinn und Zweck dieser Strategien ist es Alpha zu generieren. Deshalb betreiben Sie Stock Picking und Markttiming. Sie wollen eine Rendite jenseits der Marktrendite, die man auch mit ETFs bekommt.
      Die Frage ist: Welches Risiko muss ich auf mich nehmen, um dieses Alpha zu erwirtschaften? Wenn ich mich nur genug ins Risiko begebe, dann erhöhe ich meine Chance auf den Jackpot.
      Jeder Aktienstratege muss deshalb nicht nur die Rendite ausrechnen, sondern auch das Risiko quantifizieren. Nur wer die risikoadjustierte Rendite kennt kann die Frage: „Lohnt der Aufwand?“ beantworten.

      Links zum Thema der Woche

      Finanzbegriff der Woche

      Fair Value, auch innerer Wert genannt.
      Unter dem inneren Wert versteht man in der Finanzanalyse den Wert eines Unternehmens beziehungsweise einer Aktie auf Basis objektiver Bewertungsmaßstäbe. Den inneren Wert einer Aktie zu bestimmen ist nicht trivial. Es ist schwer permanent die Aktiva und Passiva einer Firma gegenüberzustellen. Dazu kommt das Problem des „Goodwill“. Das Langer voller Produkte lässt sich monetär bewerten, aber wie bepreist man die Patente, die die Produktion erst ermöglicht haben und wie das Know-how und das Engagement der Mitarbeiter neue Patente zu entwickeln?
      Deshalb behilft man sich mit den Kennzahlen „Gewinn pro Aktie“ und „Umsatzwachstum“. Diese beiden Kennzahlen fließen in die Berechnung des Fair Value ein.

      Ein Beispiel: Ist VW eigentlich nach dem Dieselskandal noch value?

      • Gewinn pro Aktie 2016: 10,26 €
      • Umsatzwachstum 2016: 1,68%
      • Errechnetes Fair Value 29,36 €
      • Kurs heute 137,20 €
      • Differenz -97,84 €, VW ist kein Value Wert. Die Aktie notiert fast 100 € über dem Fair Value.

      Medienempfehlung des Finanzrockers

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    • 39.
      19 Jun 2017
      0:57:56

      Wir heiraten. Was bedeutet das für mein Geld?

      Heiraten oder nicht heiraten? Das ist hier die Frage.
      In unserem bisher längsten und unausgewogensten Podcast dreht sich alles um die Ehe. Warum unausgewogen? Weil uns die Mitte fehlt. Wir können anekdotisch über unsere Erfahrungen berichten und das Ganze mit den aggregierten Statistiken von Statista abrunden: die Scheidungsquote lag 20156 bei 40,82%.
      Da wir weder Scheidungsrichter noch Ehetherapeuten sind, fehlen uns die 200 Ehen, die wir im Laufe unseres Berufslebens kennengelernt haben.
      Deshalb vorab die Warnung: Wir haben uns zwar eine knappe Stunde Zeit genommen, aber selbst in dieser Zeit können wir nur persönlich gefärbte Schlaglichter setzen.

      Unsere Ehe-Themen

      • Ehe im Wandel der Zeit. Die im Goldenen Blatt der Frau so gehypte Liebesheirat ist – geschichtlich gesehen – eine ziemlich junge Erfindung. Erst 1761 mit dem Beginn der Romantik kam man auf die Idee, dass nicht Pflicht, sondern Zuneigung die Grundlage eines gemeinsamen Lebens bilden sollte.
      • Trotzdem ein Plädoyer für weniger Romantik und preiswertere Hochzeiten. Ehe ist auch Business.
      • Der Finanzwesir preist die Vorteile der Ehe.
      • Der Finanzrocker stimmt vorbehaltlos zu, sagt aber: Alle Vorteile lösen sich bei einer Scheidung in Luft auf. Der Stress des Auseinanderdividierens wiegt das Ehegattensplitting nicht auf. Deshalb strebt er den Titel Ehemann nicht an.
      • Die Bedarfsgemeinschaft: Ein Konstrukt aus der Hölle des zweiten Sozialgesetzbuches. Kombiniert die Nachteile der Ehe mit den Nachteilen des unverheirateten Zusammenlebens.
      • Der Praxisteil: Was tun nach der Heirat und vor der Familiengründung?
      • Scheidung: Was tun um sie zu verhindern. Praxistipp Finanzwesir: Mit das Beste gegen Scheidung: Der Babysitter. Egal was sie will: Es ist nie zu viel. Einmal die Woche raus ohne Kinder und wieder Frau und Mann sein statt Mama und Papa.
      • Statista sagt zum Thema Scheidung: Die Menschen trennen sich auch noch nach 26 Jahren Ehe. Peak-Perfomance in den Ehejahren 6, 5 und 7 in der Reihenfolge. Scheint also was dran zu sein am verflixten siebten Jahr. Aber eigentlich geht die Trennerei ganz fix los. Schon im zweiten Jahr werden ein Haufen Ehen wieder geschieden. Das ist kein Buy & Hold. Das ist Trading mit den bekannt hohen Kosten.

      Links zum Thema der Woche

      Finanzbegriff der Woche

      Das Ehegattensplitting. Ein echter Dino. Seit der Einführung 1958 oft kritisiert, aber nie verändert.
      Wie geht Ehegattensplitting?

      1. Das zu versteuernde Einkommen der Ehegatten wird kombiniert und dann halbiert. Das ist die Splittung.
      2. Für das halbierte zu versteuernde Einkommen wird die Einkommensteuer nach dem geltenden Einkommensteuertarif berechnet.
      3. Die so errechnete Einkommensteuer wird verdoppelt.

      Die Idee

      Die Ehe als Team. Beide Eheleute tragen etwas bei, aber es ist unerheblich wer wie viel zum ehelichen Gesamteinkommen beigetragen hat. Das Ehepaar wird als eine Wirtschaftsgemeinschaft betrachtet.

      Die Wirkung

      Je größer das Delta, umso höher die Wirkung. Das Gesamteinkommen eines Paares beträgt 80.000 €.

      Partner 1 Partner 2 Splittingvorteil pro Jahr
      0 € 80.000 € 7.414 €
      20.000 € 60.000 € 1.715 €
      40.000 € 40.000 € 0 €

      Der Vorteil entsteht dadurch, dass der Besserverdiener in der Progressionskurve nach unten rutscht.

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    • 38.
      0:47:48

      Genossenschaftsanteile: So sicher wie Tagesgeld und so lukrativ wie Aktien?

      Auftrag unseres Hörers Achim: Zinsen gibt es keine mehr. Aktien sind zu riskant. Findet Alternativen. Wie wäre es mit Genossenschaftsanteilen?
      Finanzrocker und Finanzwesir als Teil der SFF (Special FinanceForces) haben den Auftrag angenommen und den HALO-Sprung in den Finanzdschungel gewagt.
      Was haben wir dort gefunden?

      1. Wohnungsbaugenossenschaften
      2. Genossenschaftliche Banken
      3. Energiegenossenschaften

      Was haben wir nicht gefunden? Einen Ersatz fürs Tagesgeld. Allen Zinsheuschrecken sei gesagt: Die Genossenschaften, denen ihr euer Geld geben wollt, wollen es nicht und denen, die es nehmen würden, solltet ihr es besser nicht geben.

      Marke: Eine echte Genossenschaft, eine Genossenschaft, die ihren Namen auch verdient ist keine schnöde Kapitalsammelstelle sondern hat eine Mission und ein Grundsatz-Dezernat. Die Frankfurter Volksbank hat eins. Unvorstellbar bei normalen Geschäftsbanken. Die halten sich Grundsätze doch nur, um sie beizeiten über Bord zu werfen.
      Genosse wird man, weil man die Idee gut findet, billigen Wohnraum braucht oder von der Energiewende überzeugt ist. Man wird nicht Genosse, um sein Vermögen zu diversifizieren. Alle guten Genossenschaften limitieren die Geschäftsanteile pro Nase streng. Wer mehr will, wird gleich abgelehnt oder muss ein Motivationsschreiben verfassen über das dann der Genossenschafts-Vorstand befindet.

      Links zum Thema der Woche

      Podcast-Interview mit Rouven Kasten von der GLS Bank

      Finanzbegriff der Woche

      Die Genossenschaft. Durch die Wikipedia definiert als

      „Ein Zusammenschluss mehrerer Personen, beispielsweise Handwerker oder Bauern, mit dem Ziel, ihre gleichen wirtschaftlichen Interessen durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern.“

      Einer der Väter des genossenschaftlichen Gedankens ist Friedrich Wilhelm Raiffeisen , geboren am 30. März 1818 in Hamm (Sieg); gestrben am 11. März 1888 in Neuwied. Er war ein deutscher Sozialreformer und Kommunalbeamter. 1848 – als Bürgermeister von Flammersfeld – musste er mit ansehen, wie die Landwirte seiner Bürgermeisterei reihenweise dem Viehwucher zum Opfer fielen. Skupellose Händler verkauften minderwertiges Vieh zu überhöhten Preisen auf Kredit mit viel zu kurzen Rückzahlzeiten und weit überhöhten Zinsen. Die Bauern waren leider nur Bauern und keine Agronomen und so wurden sie zu Dutzenden in den Ruin getrieben.
      Raiffeisen wollte nachhaltig helfen und gründete deshalb den Flammersfelder Hilfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte. Dieser Hilfsverein gilt als erste Genossenschaft Deutschlands.

      Buchempfehlung des Finanzwesirs

      Was man für Geld nicht kaufen kann: Die moralischen Grenzen des Marktes* von Michael J. Sandel.

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      (*)Affiliate-Link: Das Buch wird für dich nicht teurer, aber wir erhalten eine kleine Provision.

    • Nur weil etwas ein Vermögen kostet, ist es noch lange kein Vermögen wert.

      Wir starten mit Bernhard Baruch, Finanzier und Ökonom, der sagte

      „Es gibt tausend Möglichkeiten, Geld loszuwerden, aber nur zwei, es zu erwerben: Entweder wir arbeiten für Geld – oder das Geld arbeitet für uns.“

      und stellen fest:
      Nicht alles, was ein Vermögen kostet ist auch ein Vermögen wert. Wir sprechen in diesem Podcast über den Unterschied zwischen einem Vermögenswert und einer Verbindlichkeit.

      Wer das Neuland fragt: „Was ist ein Vermögenswert“ bekommt jede Menge Antworten. Die stimmen bestimmt auch alle, nur leider sind sie meist sehr BWL-ig eingekleidet und deshalb nur so mittelgut verständlich.
      Wir arbeiten mit den Definitionen:

      • Vermögenswert: Füllt die Geldbörse.
      • Verbindlichkeit: Leert die Geldbörse.

      Aktien, vermietete Immobilien, unsere Blogs, Bücher oder Patente sind Vermögenswerte. Das superteure Sofa leider nicht und auch das Auto nicht. Urlaube sowieso nicht und Schulden schon mal gar nicht. Wer Konsumschulden hat, ist als Mensch eine Verbindlichkeit, denn dann kostet man mehr als man verdient.

      Was ist mit der selbstgenutzten Immobilie und dem Goldbarren im Tresor? Wenn nach Abzug aller Kosten beim Verkauf ein Gewinn bleibt, dann war es wohl ein Vermögenswert. Aber Cashflow-Bringer – also Vermögenswerte im eigentlichen Sinne – sind beide nicht.

      Unser Fazit

      Denk Dich reich!
      Oh Mann Finanzwesir, was ist denn das für ein Eso-Schwachsinn!
      Nicht ganz. Viele Mensche die kein Vermögen aufbauen leiden an Parkinson.
      Der britische Soziologe C. Northcote Parkinson formuliert im zweiten Parkinsonschem Gesetz – auch bekannt als das Gesetz der Verschwendung

      „Ausgaben steigen stets bis an die Grenzen des Einkommens.“

      Wer sich reich denkt, hat einen langen Zeithorizont und eine gute Vorstellungskraft. Solche Menschen sehen vor ihrem inneren Auge, wie ihre Zukunft in 20 Jahren aussehen soll und verfallen deshalb Parkinson nicht.

      Links zum Thema der Woche

      Finanzbegriff der Woche

      Vermögenswert und Verbindlichkeit.
      Ein Vermögenswert füllt die Geldbörse, eine Verbindlichkeit leert sie.

      Medienempfehlung des Finanzrockers

      Finanzielle Freiheit: Wie Menschen leben, die nicht mehr arbeiten müssen* von Gisela Enders

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    • 36.
      0:41:10

      Ohne Geld, Glück, Gedanken und Geduld wird das nichts mit dem Geldverdienen.

      Schon Altmeister Andre Kostolany wusste: Wer in finanziellen Dingen reüssieren will, braucht die vier G

      1. Geld
      2. Gedanken
      3. Geduld
      4. Glück

      Es erwartet Sie ein philosophischer Podcast, der das Testpublikum zu Heiterkeitsstürmen hingerissen hat. Was aber vielleicht auch daran liegt, dass wir erstmals mit unseren neuen Mikrofonen* am Start sind.

      Der Rubel rollt, wir reden über russische Anleihen aus der Zarenzeit, Adenauer, de Gaulle und die sehr luktrative deutsch-französische Freundschaft. Wir suchen das Glück und finden den Kontrollverlust. Aber wir sind gewillt alles mit Geduld auszusitzen, denn wir sind von unseren Plänen überzeugt und sind im Geld. „Geld haben“ bedeutet für Kostolany: Keine Schulden haben. Das was heute im rüden Ami-Stil „Fuckyou-Money“ heißt hat der Gentleman mit den ungarischen Wurzeln so ausgedrückt:

      „Nicht reich muß man sein, sondern unabhängig.“

      denn

      „An der Börse kommt es immer nur darauf an, ob derzeitig mehr Dummköpfe als Papiere oder mehr Papiere als Dummköpfe vorhanden sind!“

      Wenn sich zu viele Dummköpfe auf dem Parkett tummeln geht man lieber in die Oper.

      Links zum Thema der Woche

      Finanzbegriff der Woche

      Die Börsenpsychologie, neudeutsch Behavioral Finance.
      Kostolany war der Meinung, dass sich 90% des Börsengeschehens mit Psychologie erklären lassen. Deshalb könne an der Börse alles passieren, sogar das was logisch ist.
      Von formaler ökonomischer Bildung und dem Homo oeconomicus hielt er nicht viel:

      „Wirtschaftsstudenten brauchen natürlich ihr Diplom als Eintrittskarte ins Erwerbsleben. Vielleicht werden sie sogar einmal gute Professoren. Aber haben sie schon einmal einen reichen Professor gesehen? – Um an der Börse Erfolg zu haben, halte ich Kenntnisse der Jurisprudenz, der Psychologie und der Philosophie für viel wichtiger.“

      Buchempfehlung des Finanzwesirs

      Die Kunst, über Geld nachzudenken* von André Kostolany

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    Hallo, wir sind Daniel, ein Ex-Berliner, und Albert, ein Rheinländer, der zumindest eine Patentante in Berlin hat.

    Wir haben festgestellt, dass zumindest der erste Teil des Hauptstadt-Mottos "Arm aber sexy" für uns nur begrenzten Charme hat.

    Deshalb haben wir beschlossen, uns selbst um unser Geld zu kümmern. Dabei sind wir mehr als einmal auf die Nase gefallen, aber jetzt haben wir unsere Finanzen ganz gut im Griff.

    Über diesen Weg sprechen wir im Podcast. Was hat sich bewährt, was nicht. Welche Klippen gilt es zu umschiffen.
    Unser Versprechen: Wir plaudern nett über das Thema Finanzen. Du wirst eine Menge lernen, aber es wird auch lustig.
    Bei dieser Podcast-Serie handelt es sich um einen externen Inhalt. Diese Podcast-Serie ist kein offizielles Produkt von meinpodcast.de. Äußerungen der Gesprächspartner und Moderatoren geben deren eigene Auffassungen wieder. meinpodcast.de macht sich Äußerungen von Gesprächspartnern in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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